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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleim-ussischen und Saporoger Kasaken. 181

und erneuten den Angriff, und diesmal wurden die Kasaken zurück-gedrängt. Während dessen begann das Centrum und der rechte Flügelder Polen, nach Vertreibung der Tataren aus dem Walde in ihrer rechtenFlanke, gegen sie vorzurücken, vor sich die Artillerie, welche lebhaftfeuerte und in den Haufen der Tataren grosse Verheerungen anrichtete.Die Letzteren warfen sich wiederholt auf die Polen, wurden aber jedesMal abgewiesen und zuletzt von den Abhängen der Anhöhen auf derenGipfel zurückgedrängt. Indessen dauerte der wilde Kampf auf derganzen Linie noch lange mit schwankendem Erfolge weiter, der Siegneigte sich bald auf diese, bald auf jene Seite, plötzlich aber gab einUmstand der Schlacht eine entscheidende Wendung. Der den Königbegleitende tatarisch-türkische Dolmetscher, Otwinowski, zeigte ihmdie ungeheure weisse Fahne des Khan auf dem linken Flügel der Tata-ren: der König befahl, ein Geschütz auf dieselbe zu richten, und mit demersten Schusse wurde ein Mursa neben dem Khan selbst vom Pferde ge-schossen. Der Letztere wurde dadurch so in Schreck gesetzt, dass er sichsogleich zur Flucht wendete, und seinem Beispiele folgten alle Tatarenmit Ausnahme einiger Elitecorps, welche zum Schutz der Uebrigenzurückblieben. Zu dieser Zeit war es auf dem rechten Flügel der Ver-bündeten der Kasaken-Infanterie gelungen, die deutsche Infanterie derPolen in "Unordnung zu bringen und sie in die Mitte des polnischen Hee-res zurückzudrängen. Da sie aber sahen, dass die Tataren von denGipfeln der Höhen nach links und rückwärts in Bewegung geriethen unddadurch den linken Flügel entblössten, zogen die Kasaken sich nachlinks, um die Stelle der Tataren zu besetzen, dadurch aber maskirten sieihre Artillerie, und die Polen, dies benutzend, umfasstenund hemmten diekasakische Infanterie. Chmjelnizki eilte mit der Kavallerie derselbenzu Hülfe, konnte sie aber nicht mehr heraushauen und jagte nun für seinePerson den Tataren und dem Khan nach, um sie aufzuhalten und zur Umkehrzu bewegen. Ihm folgte die Kasaken-Cavallerie. Das Kasakenfussvolkwurde umzingelt, die Polen forderten es auf, sich zu ergeben; es schlosssich aber eng zusammen, schlug sich bis zu dem Sumpfe hin durch, underreichte in der Nacht glücklich nach Passiren des Bruches festes Land.Auf dem Kampfplatze aber war noch eine grosse Anzahl Kasaken unterBefehl des Kropiwinsker Obersten Dsheleli zurückgeblieben; wäh-rend der Nacht verschanzte er sich nach drei Seiten durch einen breitenund tiefen Graben mit Wall, nach der vierten, im Rücken, lehnte er sichan den Sumpf.

Chmjelnizki holte den Khan bei Jampoli (südöstlich von Kre-menz) ein, beschwor ihn umzukehren, um mit vereinten Kräften denPolen den Sieg zu entreissen, aber umsonst. Der Khan gab diesen Vor-stellungen nicht nur kein Gehör, sondern hielt ihn sogar bei sich fest und