4. Kriege der kleinrussischen und Saporoger Kasaken. 179
sie von Potozki die Erlaubniss dazu erbeten und erhalten hatten, dieTataren mit Wuth an, wurden durch Wischnj ewezki verstärkt undschlugen sie in die Flucht. Der 28. Juni verging in Untäthigkeit, am29. stellte der Khan mit allen Tataren und mit auserlesenen Kasaken-regimentern sich im Halbkreis auf den Anhöhen gegenüber dem polni-schen Heere auf, Chmjelnizki mit den übrigen Kasaken hinter demKhan. Der König, welcher beabsichtigte, die Tataren und Kasaken vondiesen Anhöhen zu vertreiben, schickte Reiterei undFussvolk der Bresterund Pomeraner Wojewoden, die Fürsten Boguslaw Radziwil,Jano Sapieha, und die Prczemyssler und Volhynische Reiterei unterBefehl des Fürsten Czartoriski gegen sie. Die Tataren warfensich diesen mit Ungestüm entgegen und es entspann sich ein langer undheftiger Kampf. Endlich fingen die Tataren, ihre überlegenen Kräfteausnutzend, schon an, die Polen zu umfassen, diese aber, durch die Trup-pen Potozki's, Kalinowski's, Wischnjewezki's und Lju-bomirski's verstärkt, kämpften mit Ausdauer und Bravour. Po-tozki's Abtheilungen waren schon in die Tatarenhaufen weit hinein-gerisseu und würden eine vollständige Niederlage erlitten haben, wennnicht Sapieha's Truppen sie herausgehauen hätten. Endlich zogensich die Polen in ihr Lager zurück, die Tataren verblieben auf den Höhen,die Einen wie die Andern mit grossen Verlusten an Todten und Ver-wundeten.
Am selben Abend noch wurde beim Könige Kriegsrath gehalten;die Frage war: sollen vereinzelte Treffen oder eine allgemeine Schlachtgeliefert werden? Man war der Meinung, dass die ersteren das polni-sche Heer nur schwächen und ermüden, das feindliche stärken würden,deshalb entschloss man sich für den folgenden Tag zu einer allgemeinenSchlacht mit allen Kräften.
Am 30. Juni stellte der König vor Tagesanbruch seine gesammteArmee in Schlachtordnung in zwei Linien auf: der rechte Flügel unterdem Oberbefehl des Hetman Potozki, durch einen Wald gedeckt,welcher von einem besonderen Infanteriecorps besetzt war, bestand ausfünf Corps: Potozki's, Lanzkoronski's, Ljubomirski's, Sa-pieha's und Konjezpolski's; — der linke Flügel unter dem Ober-befehl Kalinowski's stand in einem vollständig gedeckten Terrainund wurde gebildet aus den Truppen Kalinowski's, Schtscha-winski's, Wischnjewezki's und Stanislaus Potozki's; — imCentrum unter dem persönlichen Oberbefehl des Königs selber standendie auserlesensten Truppen, polnisches und deutsches Fussvolk. Dieganze Artillerie vor der Front und auf beiden Flügeln des Heeres befeh-ligte P r s h ij'e m s k i, die Königliche Leibschwadron KasimirTyschkjewicz, und 1 800Mann königliche Fussgarde Frommhold
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