148 !• Kriege von 1613—1689.
Frieclensbruch mit Polen gegen die internationalen Gebräuche und gegendie Ehre Verstössen.
Indessen herrschten die durch einen Theil der Kasaken erwähltenHetmans, Olifer Steblj ewetz, Bogdan Konga, Shära undMaxim. Grigorjewitsch nicht lange, die 3 ersteren beschlossen ihrLeben im Dunkel, der vierte wurde (am 17. October 1624) durch dieSaporoger umgebracht, weil er sie von Seeangriffen auf die Türkenabhielt. Nachdem sie ihn ermordet, stachen sie in See, landeten unweitConstantinopel, legten einige Ansiedelungen vor dieser Stadt in Ascheund verbreiteten Schrecken in derselben. Zu dieser Zeit war der Sapo-roger Koschewoi-Ataman (Schirrmeister) so mächtig, dass er 30 000Krieger, eine grosse Flotille und Artillerie besass, und vollständig wieein unabhängiger Herrscher dastand, zum Schrecken der Tataren undTürken.
Zu Anfang Oktober 1625 brach der polnische Hetman Konjez-polski mit den Quartianen und den Hofbannern der ukrainischenPolenherren nach Kanew auf. Die Kasaken zogen sich vor ihm zurück,er aber folgte ihnen nach Krylow am rechten Dnjeprufer (auf der Grenzedes heutigen Kiewschen und Chersonschen Gouvernements). Shmailostand mit den Saporogern im Tabor (Lager) hinter dem Flusse Zybulnikirechter Nebenfluss des Dnjepr, 5 Werst unterhalb der Mündung desTjassminflusses). Die Kasaken verwarfen die Bedingungen der polni-schen Commissare und am 19. (29.) October kam es zwischen ihnen undden Polen bei Krylow zu einem blutigen Kampfe. Shmailo zog sicham Dnjepr hinab zurück, an den Kurakowsee. Hier, bei Medwjäshi-Losy, willigten nach einigen Scharmützeln die Kasaken, heftig gedrängt,ein, Frieden zu machen, setzten Shmailo ab und wählten MichaelDoroschenko zum Hetman, welcher dann am 27. October (6.Novem-ber) gezwungen wurde, einen drückenden Vertrag zu unterschreiben.
Im Jahre 1626 fielen die Tataren in die Ukraine ein, sie wurdenaber bei Bjelaja Zerkow von Bogdan Chmjelnizki, dem KiewerWojewoden, und von Doroschenko geschlagen. Der Letztere ging,um an den Tataren Rache zu nehmen, mit 4000 Kasaken in die Krymbis Kaffa (Feodosia), wurde aber vor dieser Stadt besiegt und kehrtezurück. Im Jahre 1627 zogen die Saporoger zur See gegen die Türken,erlitten aber einen Unfall: 15—20 ihrer Barken wurden in Grund gebohrt,und 10 von ihnen, die in Gefangenschaft geriethen, wurden martervollhingerichtet.
Im Jahre 1628 floh der Krym-Khan Schagin-Ghirei nach Saporo-shien unter den Schutz des Polenkönigs, welcher, das polnische Heerin der Ukraine verstärkend, den Kasaken befahl, den Khan in die Krymzurückzuführen. Aber ihr Zug dorthin war erfolglos und rief einen Ein-