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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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374 Beilagen.

amten eingenommen hatte durch das besondere Wohlwollen der regierendenHäupter, besonders der Kaiserin Elisabeth Petrowna, alle militärischen Rang-stufen bis zum Feldmarschall und alle Orden bis zum St. Andreas-Orden undandere Ehrenzeichen und Belohnungen. Von ihrem Wohlwollen zu ihm ge-leitet, vertraute Elisabeth Petrowna ihm sogar in den Jahren 176061 denBefehl über eine Armee an, die gegen einen so grossen Feldherrn wie Fried-rich II. operirte, das dritte Beispiel von Ernennung in Gunst stehender Höf-linge nach den Ernennungen Apraxin's und Soltikow's ! Nach dem AusspruchePoroschin's in seinen Memoiren hat der sechsjährige Grossfürst Paul Petrowitsch,damals als Buturlin sich vor dem Abgange zur Armee bei der Kaiserin verab-schiedete , zu der Umgebung gesagt: »Peter Semenowitsch (Soltikow) ging umFrieden zu machen, hat aber keinen gestiftet, und dieser jetzt wird natürlichweder Frieden stiften, noch Krieg führen«, was sich auch bewahrheitet hat. ImOctober 1760 kam er bei der Armee an, und nachdem er gefunden hatte, dassdiese nicht ohne Gefahr in der Mark (Brandenburg) überwintern könne, führteer sie nach Posen und stellte sie auf sichere Winterquartiere hinter die Warthe.Im folgenden Jahre 1761 machte der Feldmarschall Laudon Buturlin den Vor-schlag über die Oder bei Leubus zu gehen, sich mit ihm am Gebirgsabhangezu vereinigen und, 120,000 Mann stark, gegen die 58,000 Mann Friedrich'sin Schlesien zu operiren. Buturlin führte diesen Marsch aus, aber sehr lang-sam ; dabei überfielen die Preussen den aus Kosaken und Reiterei bestehendenVortrab, welcher die russische Armee deckte; die Oesterreicher eilten zu Hülfe,wurden aber geworfen, und beide Feldmarschälle waren mit einander unzufrieden,Laudon wegen der Langsamkeit Buturlin's und dieser damit, dass die Oesterreichernicht dem Ueberfall der Preussen auf die Russen zuvorgekommen waren, und soforderte er beharrlich, dass die Oesterreicher aus den Bergen herauskämen undsich mit den Russen vereinigten. Laudon erfüllte dies, aber Friedrich hatteschon vermocht, sich im befestigten Lager von Bunzelwitz aufzustellen unddie gewöhnlichen Zwistigkeiten zwischen den österreichischen und russischenBefehlshabern Hessen es aufs Neue nicht zu, ihm einen harten Schlag beizu-bringen. Zwei Mal bat Laudon inständigst Buturlin, zusammen mit ihm Fried-rich in seinem Lager anzugreifen, aber Buturlin berief einen Rath und dieserbestand hartnäckig darauf, Friedrich nicht aus seinem Lager zu verdrängen,das er ohnehin aus Mangel an Proviant würde verlassen müssen, und ihn nurvon allen Seiten zu bedrängen, ohne umsonst Leute im Kampfe mit ihm zu ver-lieren ! Buturlin war mit dieser weise-vorsichtigen Meinung einverstanden underklärte schliesslich Laudon, dass, wenn die Preussen über die Oesterreicherherfallen sollten, er den Letztern ein Corps zu Hülfe senden würde! Diesesbrachte Laudon in dem Grade auf, dass er erkrankte ^die Galle ging ihm über),und als er sich von der Krankheit erholt hatte, so stellte er einen Operations-plan für die russische Armee zusammen und übersandte diesen an Buturlin.Da fühlte sich Buturlin seinerseits durch die Handlung Laudon's, der jünger im