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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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7. Der siebenjährige Krieg. 211

Laudon, an der Oder operiren und Daun Friedrich in Sachsen aufhaltensollte. Im Falle, dass Friedrich nach Schlesien eilen würde, sollte Daunihm dorthin nachfolgen und in Sachsen die Reichsarmee zurücklassen.Den Hauptzweck des Feldzuges sollte die Eroberung Schlesiens bilden;folglich hatten Russland und Deutschland nur im alleinigen InteresseOesterreichs zu operiren. Der unbedeutenden schwedischen Armee wurdees freigestellt entsprechend den Umständen zu operiren. Die Franzosen,vom Erfolge überzeugt, bereiteten sich vor mit 125,000 Mann Westfalenund Hannover zu erobern.

Wie in den vorhergegangenen Feldzügen konnte Friedrich auch dies-mal keinen besonderen vorzeitig combinirten Plan haben; er beschlossnach Umständen zu operiren, die Operationen seiner Gegner in Betrachtzu ziehen und noch sorgfältiger als im Jahre 1759 dem Kampfe aus-zuweichen. Nach dem Ausspruche Friedrich's selbst zwang ihn die Zer-rüttung, in welcher sich die preussischen Truppen befanden, dieselben mitgrosser Vorsicht zu verwenden; mit Detachements zu operiren war ganzunmöglich, man musste sich entschliessen hauptsächlich mit concentrirtenStreitkräften zu operiren und den Kriegsschauplatz zu beschränken.

§.83.Operationen in Schlesien. Der Marsch Laudon's nach Schlesien.Vernichtung des Corps Fouque's bei Landshut. Die Belagerung

von Glatz.

Am Anfang des Jahres, noch vor Eröffnung des Feldzuges, unter-nahmen beide Parteien in Pommern, Schlesien, Sachsen und auf andernPunkten Streifzüge gegen die abgesonderten feindlichen Posten. DerErfolg in diesen Operationen war grösstentheils auf Seiten der Oesterrei-cher und ihrer Verbündeten.

Die Hauptoperationen begannen trotz dem verabredeten Plane ziem-lich spät (Soltikow zögerte absichtlich, aus Unwillen gegen die Oester-reicher und andern geheimen Gründen, mit seinen Vorbereitungen zumFoldzuge und sammelte die russische Armee in Posen kaum erst in derersten Hälfte des Juli) und zu allererst in Schlesien. Laudon entschlosssich bis zur Ankunft der russischen Armee Glatz zu belagern und zuerobern, und da er es für nöthig erachtete, zur Sicherstellung seinerCommunicationen mit Böhmen Landshut zu erobern, marschirte er in denersten Tagen des Juni nach Frankenstein und entsandte seine leichtenTruppen in der Richtung gegen Breslau, als wenn er beabsichtigte dieseStadt zu belagern. Fouque, der von Friedrich unter Anderm den Befehlhatte, Schweidnitz, Breslau uud Neisse zu decken, ging von Landshutüber Freiburg und Rommenau nach Nimptsch und benachrichtigte Fried-

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