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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
Seite
XVI
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XVI Einleitung.

jährigen und des bairischen Erbfolgekrieges, während des Krieges, den Oester-reich mit der Pforte führte, und anderer kleinerer Feldzüge und in der Zwischen-zeit während des Friedens, aber nur in ungleich höherem Grade. Da andem siebenjährigen Kriege alle Staaten ersten Ranges in Europa Theilnahmen, von der einen Seite Preussen mit Nord-Deutschland und England,von der anderen Oesterreich mit dem übrigen Deutschland, Russland, Frank-reich und Schweden, so wurde das Feld der kriegsgeschichtlichen Literatur,sowie der Kriegsschauplatz noch grösser und die Geschichtsschreiber des Kriegesder Nationalität nach mannigfaltiger. Und auch in dieser Zeit ist die eine Hälftedieser Literatur eine synchronistische, jährliche, und die andere eine den Kriegenin der Zwischenzeit des Friedens folgende.

Dieses ging so fort bis zum Beginne der Kriege der ersten französischenRevolution und Republik im Jahre 1792, als im Allgemeinen die ganze Auf-merksamkeit Europas auf diese und die bald darauf folgenden Kriege des erstenfranzösischen Kaiserreiches oder Napoleons I. bis zum Jahre 1815 gerichtetwar. Wenn auch in diesen 23 Jahren Schriften im Druck erschienen, welchesich auf die vorhergehenden Kriege vom Jahre 1741 an bis zum Jahre 1792bezogen, so doch schon seltener und in kleinerer Zahl im Vergleich zu denSchriften, die auf die Kriegsbegebenheiten der französischen Revolution unddes Kaiserreiches Bezug hatten.

Aber nach dem allgemeinen Frieden Europas im Jahre 1815 begannensowohl über die Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als amEnde desselben und am Anfange des 19. Jahrhunderts, kriegshistorischeSchriften ganz anderer Art, welche schon auf analytische und kritisch-wissen-schaftliche Behandlung aller bis dahin angehäuften verschiedenartigen Materien,besonders auf Original- und unveröffentlichte Archivalquellen begründet waren.Und je näher nach unserer Zeit, desto reicher wird diese Literatur, mehr inHinsicht auf die Qualität, als auf die Quantität.

So war im Allgemeinen der Gang und Charakter der kriegsgeschichtlichenLiteratur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die in gegenwärtiger Zeitausserordentlich reich, interessant, lehrreich und im Vergleiche mit der vor-hergegangenen Literatur der zweiten Hälfte des 17. und der ersten Hälfte des18. Jahrhunderts eine bedeutend höhere Stufe einnimmt. Das Hauptinteressederselben bietet, wie es sehr natürlich und selbstverständlich ist, Friedrichder Grosse als Feldherr und seine Kriege, besonders der siebenjährige und alleseine Feldzüge, Kriegsoperationen, Schlachten u. s. w. Jetzt hat man vonSeiten Preussens, sowie seitens Oesterreichs und ihrer damaligen Verbündetenschon eine Menge sehr wichtiger und bemerkenswerther kriegsgeschichtlicherSchriften, darunter einige, die sich durch ihren hohen Werfh auszeichnen,und alle zusammengenommen bieten bereits die Möglichkeit zur analytischen undkritischen Erforschung und zum Studium der Kriegsgeschichte der zweiten Hälftedes 18. Jahrhunderts bis zum Beginne der ersten französischen Revolution.