S20 HL Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.
und solche Anstrengungen zu machen, wie er es zur Erlangung desSieges that.
Es ist jedoch erforderlich zu bemerken, dass Bajazid selber sichvor der Schlacht schwächte, Timur aber ihn ausserdem noch währendder Schlacht schwächte. Bajazid war geizig und grausam gegenseine Truppen, weshalb auch viele unter diesen, namentlich von denTataren nicht mit ihm zufrieden waren. Aber er legte nicht nur keinGewicht auf ihr Missvergnügen und Murren, sondern hielt sogar nocheinige Tage vor der Schlacht eine grosse Jagd in der furchtbarsten Hitzeab, wobei wohl an 5000 seiner Leute vor Durst und Erschöpfung um-kamen, was den Unwillen gegen ihn noch erhöhte. Als er dann nachder Jagd gegen Timur vorrückte, um ein für den Kampf geeignetesTerrain zu suchen, fand er, dass dasselbe schon von Jenem besetzt war.Timur schickte seinerseits noch vor der Schlacht Spione, um die Ta-taren Bajazid's zum Abfall von ihm zu bewegen, was ihm auch mitleichter Mühe gelang, — aus den eben angeführten Gründen. Aus demAllen lässt sich schliessen, dass vor der bevorstehenden Schlacht schondas Uebergewicht in allen Beziehungen auf Timur's Seite war.
Nach den Einen am \ 8. Juni (Freitag), — nach Anderen am 20. Juni1402 früh Morgens rückte Timur aus seinem Lager und stellte seinHeer in Schlacht-Ordnung auf, die in rechtem und linkem Flügel mitderen Avant-Garden, und dem Centrum bestand, welches, — nach demVerlaufe der Schlacht zu schliessen — etwas zurückgestanden zu habenscheint, während beide Flügel vorgezogen waren. Vor dem Centrumstanden in mehreren Beihen 32 Elephanten, auf denen Bogenschützenund Leute zum Werfen von griechischem Feuer sassen, hinter demCentrum befand sich eine Beserve von 40 Begimentern der auserlesenstenTruppen unter dem persönlichen Befehl Timur's. Den rechten Flügelcommandirte Timur's ältester Sohn Miran-Schach und sein EnkelEbubekr, den linken seine beiden anderen Söhne Seh aroch undChalil. Im Centrum befand sich sein Lieblings-Enkel Muhammed-Mirsa mit auserlesenen Begimentern und der Hauptfahne, welche vonden vornehmsten Grosswürdenträgern und 2000 berittenen Panzer-Reitern beschützt wurde.
B aj a z i d seinerseits formirte sein Heer in Schlachtordnung, getheiltin Centrum, zwei Flügel und Reserve. Den rechten Flügel bildetendie asiatischen Truppen unter dem Befehl von Bajazid's ältestemSohne Suleiman, den linken Flügel die serbischen Hülfs-Truppenunter dem serbischen Fürsten Lazar Bulkowitsch.*) Bajazid
*) Schereff-Eddin sagt, dass die Serben auf dem rechten Flügel standen,Hammer, dass sie auf dem linken Flügel standen; vielleicht waren sie auf beiden,in der Mehrzahl aber auf dem linken.