Kriege der Türken. 785
mit Persien; Gran, Vesprim und andere Festungen wurden von den Türkengenommen, die Walachei neuerdings unterworfen; der Verbündete derTürken, Fürst Botsekkai von Transsylvanien, wurde von den Türkenzum König von Ungarn proclamirt. Aber die Dinge in Asien zwangenAchmed, im Jahre 1606 mit Oesterreich Frieden zu schliessen, — be-merkenswerth insofern, als zum ersten Mal die Türkei mit einer euro-päischen Macht einen Friedensvertrag abschloss, während bis dahin sieimmer stolz dieFriedensbedingungen dictirt hatte. Inzwischen setzte sichder Krieg gegen Persien unglücklich fort: in jedem Feldzuge büssten dieTürken einige Armeen ein; endlich machte im Jahre 1612 Achmed mitdem Schah Abbass Frieden, indem er ihm alle Eroberungen Murad'sIII. und Muhammed's III. abtrat, Die Seekriege der Türkei mit denMalteser Rittern, Toskana, Spanien und dem Papste wurden mit wech-selndem Erfolge geführt, die Küsten des mittelländischen Meeres wechsel-seitig verheert. Auf dem schwarzen Meere aber bekriegten die Sapo-roger und Donschen Kasaken sehr eifrig die Türken, unternahmenungewöhnlich kühne Landungen an den türkischen Küsten und Angriffeauf die türkischen Besitzungen, und griffen u. A. im November 1614auch Sinope an, plünderten es und führten unermessliche Beute fort.Im Jahre 1616 brach der Schah Abbass den Frieden mit der Türkeidurch Verwüstung von Kars und Besitznahme von Grusien. Die Türkenbelagerten vergeblich Eriwan, wurden aber durch Hunger und Kälte er-schöpft, geschwächt, und zu schimpflicher Flucht gezwungen. Erfolg-reicher war ihr Feldzug in der Moldau und gegen deren Verbündete, dieKasaken, welche geschlagen wurden. Das führte zu feindlichen Ver-wicklungen und Aktionen zwischen Türkei und Polen, welches Letztereüber die Einfälle der unter türkischer Botmässigkeit stehenden Krym-Tataren Klage führte. Im Jahre 1617 standen eine türkische und einepolnische Armee schon bereit, sich an den Ufern des Dnjestr eineSchlacht zu liefern, als zwischen Polen und der Türkei ein Frieden ge-schlossen wurde, in welchem den Kasaken untersagt wurde den Dnjestrzu überschreiten, den Polen dagegen — sich in die Angelegenheiten derMoldau. Walachei und Transsylvaniens zu mengen. Am 22. Novemberdesselben Jahres 1617 starb Achmed I. ; er hinterliess sieben unmün-dige Söhne, — den Thron der Türkei aber seinem Bruder Mus t a p h a V. ,welcher wegen seines Blödsinns schon nach drei Monaten (im Febr. 1618)abgesetzt wurde. Nun bestieg Osman IL, der älteste Sohn Achmed's,den türkischen Thron, geliebt von dem Volke und Heere wegen seineskriegerischen, energischen und festen Charakters.