722 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
mühten sich auf alle Weise, den Verlorenen zu Hülfe zu kommen, wur-den aber durch das Wasser und das Geschützfeuer der Kasaken daranverhindert. Die Kasaken gelangten ohne Widerstand bis zu den ver-schanzten Linien; der Hetman aber, welcher erwog, dass ein Sturm ge-gen dieselben viele Zeit und Menschen kosten werde, Hess in der Nachteinen Theil der Reiterei den Siwasch durchschwimmen und durchführten.Diese Reiter schlugen die ersten Thore auf dieser Seite ein und Hessendas ganze Kasakenheer in dieselben ein. Dann griffen die Kasaken dieStadt Or'oder Perekop an, nahmen sie mit Sturm, machten die Besatzungnieder, zerstörten die Befestigungen und zündeten die Stadt an. Vonhier zogen sie in Schlacht-Ordnung bis nach Kaffa selbst, schlössen siezur See und zu Lande durch die Saporoger ein, und führten einen allge-meinen Sturm aus. In kurzer Zeit war Kaffa genommen und geplündert,die Einwohner niedergemacht, 500 Mann aber gefangen fortgeführt.Dann begann der Hetman die Berge zu umgehen, um Bachtschisaraiund Koslow anzugreifen, am Salgira- Flusse aber trafen Gesandte desKhan mit reichen Geschenken und der Bitte um Frieden bei ihm ein.Nachdem er also 713 tatarische Gefangene gemacht, alle christlichenGefangenen befreit, löMursen als Geiseln genommen, und sich am Khandurch die vollkommene Besiegung desselben in dem glänzenden undruhmreichen Feldzuge in der Krym gerächt hatte, kehrte der Hetmanmit ungeheurer Beute nach Klein-Russland zurück.
Um diese Zeit wurden die Donau-Christen unaufhörlich durch dieTürken beunruhigt; sie baten Stephan Bathori um Hülfe, und dieserbefahl dem Hetmann einen nachdrücklichen Einfall in die von Polen ent-fernten türkischen Länder zu machen. Der Hetman schickte Netschaimit 3000 Saporogern ins schwarze Meer, um den türkischen Seestädteneinen Besuch abzustatten, in welchen mit den russischen und anderenchristlichen Gefangenen Handel getrieben wurde, und besonders fiel die-ser über Sinope und Trapezunt her und befreite daselbst alle Gefangenen.Er selbst ging durch die Krym-Steppe, zog angesichts der Tataren, aberohne Widerstand zu finden, dicht bei den Orsker-Linien vorbei, und rücktein das Land der donschen Kasaken ein, welche ihn freundschaftlich auf-nahmen und ihm allen möglichen Vorschub leisteten bei Ueberschreitungdes Don und Kuban, wie für den weiteren Zug in das Land der kauka-sischen Tscherkessen. Gegen diese Letzteren unternahm der Hetmankeinerlei Feindseligkeiten, und so Hessen sie ihn friedlich durch undverkauften ihm Vieh und Munitions-Vorräthe. Nach Ueberschreitung desKuban aber eröffnete der Hetman die Kriegs-Operationen gegen die Völ-ker unter türkischer Oberhoheit und begann Alles mit Feuer und Schwertzu verwüsten. Während dessen verheerten vom Meere aus die Saporogerdie an der Küste belegenen Ansiedelungen. In dieser Weise zog der