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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 703

ihre Operationen gegen die Nogaien. Der Fürst der Letzteren, Jussuf,führte 1549 Beschwerde über sie beim Zaren Johann IV.. welcher aberantwortete, dass die Kasaken freie, nicht unter seiner Gewalt stehendeLeute seien, und Jussuf den Kath ertheilte, sich selbst mit ihnen aus-einander zu setzen. Danach gelangten ähnliche Beschwerden von denAsowschen und Krym-Tataren an ihn, welchen dieselbe Antwort wurde.Wenig später bedrängten die Kasaken schon Asow und begannen Feind-seligkeiten gegen die Türken, welche davon grossen Schaden erlitten, so-dass 1551 der Sultan Suleimanl. den Nogaien-Fürsten Ismail bewog,nachdrücklich gegen Kasaken und Russen vorzugehen. Johann IV., deres für den moskauischen Staat nützlich erkannte, in den Kasaken amunteren Don brauchbare Verbündete gegen Tataren und Türken zu ha-ben, begünstigte die Don-Kasaken immer mehr, und von 1550 wurde fastjedem russischen Gesandten, der an die Nogaien, Krymzer, oder denSultan abgeschickt wurde, aufgetragen, die Kasaken der Gnade desZaren zu versichern, Sold zu versprechen und ihre guten Dienste zufordern.

§. 209.Kriege seit 1554.

Im Jahre 1554, als Astrachan unterworfen wurde, erscheinen zumersten Male im russischen Heere die Don-Kasaken. Ein bedeutendesCorps derselben unter Anführung der Atamans Ljapun und Pawlowwurde aus Perewoloki (an der schmälsten Stelle zwischen Don und Wolgagelegen, heute zwischen Kalatsch und Zarizyn) dem russischen Corpsdes Fürsten Wjasemski zugeschickt und schlug bei Tscherny Ostrow'schwarze Insel) an der Wolga die Astrachanschen Tataren. Die Kasa-ken verfolgten, und der Ataman Pawlow holte den Train des Khan ein,nahm ihn weg und kehrte mit reicher Beute zurück. Inzwischen hieltenam Don die Kasaken ein scharfes Auge auf die Krym-Tataren Dewlet-Ghi r e i' s , sie warnten J oh a n n IV. vor den Absichten und Bewegungenderselben und vereitelten zwei bis dreimal Einfälle derselben in russi-sches Gebiet. Als im Jahre 1556 Dewlet-Ghirei von Neuem gegen dierussische Grenze vorrückte, trug Johann IV. dem Djaken Bshewskiauf, am Don entlang mit den Kasaken zusammen eine Diversion,einen Einfall in die Krym zu machen, was auch den Erfolg hatte, dassder Khan zur Bückkehr in die Krym gezwungen wurde. Im Jahre 1558,als er mit 120000 Krymschen und Nogaiischen Tataren gegen die russi-sche Grenze zog, fielen die Kasaken bei Perekop von Osten in die Krym-Ulusse ein, während Adaschew mit 8000 Bussen und Dnjepr-Kasakendie Krym von Westen, vom Dnjepr her verwüstete, und Wischne-