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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 695

findliche Dworjanen-Reiterei sich ihm anschliessen werde. Diese aberweigerte sich, als er im Oktober inSmolensk eintraf, mit ihm zu gehen,trotz alles seines Zuredens. Es war nichts zu machen, Sigismundrückte aus Smolensk mit seinem deutschen Fussvolk allein ab ; als eraber auszog, schämten sich Einige von der Dworjanen-Reiterei, dass sieden König mit einem Häuflein fremder Söldner in das feindliche Landziehen Hessen und holten ihn in einer Stärke von 1200 Mann auf demWege nach Wjasma noch ein. Hier vereinigte er sich mit Ckodkjä-witsch und schickte eine Abtheilung ab, umPogorjälojeGorodiscktschezu belagern (zu welchem Zwecke ist nicht ersichtlich). Der daselbst be-findliche Wojewode Fürst Jurji Schachowskoi antwortete auf dieAufforderung zur Uebergabe: »Zieh nach Moskau, ist es Dein, sosind auch wir Dein«. Sigismund marschirte weiter, vor Wolokolamskeingetroffen schickte er Sholkjäwski's Sohn mit einem Truppen-Corps nebst dem Fürsten Mesezki. dem Gehülfen Philaret undGalitzyn als Gesandten und dem Djaken Gramotin nach Moskau,welche Alle die Moskowiter zur Unterwerfung unter Wladislaw be-wegen sollten.

Als man in Moskau Sigismund's Herannahen erfuhr, kam grosseBestürzung über die Wojewoden, weil sie fast alle Ratnye-Leute schonentlassen hatten und mit den wenigen Zurückgebliebenen es ebenso un-möglich war dem Könige entgegen zu treten, als auch sich zu einer aus-zuhaltenden Belagerung in Moskau zu entschliessen, weil es dazu anhinlänglichem Proviant in der Stadt mangelte. Dessen ungeachtet aberbeschlossen sie den Feind abzuwehren oder zu sterben, und als Shol-kjäwski sich Moskau näherte, traten sie ihm kühn entgegen undschlugen ihn zurück. Den durch die Polen bei dieser Gelegenheit gefan-gen genommenen Smolensker Philosophow frugen sie: wollen dieMoskauer Wladislaw als König annehmen? Ist Moskau bevölkert?Und sind Vorräthe darin 1 Die erste Frage beantwortete Philoso-phow verneinend, die zweite und dritte bejahend. Nun gab Sigis-mund jede Hoffnung auf, sich mit seiner Handvoll Leute Moskau's zubemächtigen, wollte aber wenigstens doch Wolokolamsk erstürmen(weshalb ist unbegreiflich). Die Belagerten aber leisteten unter Lei-tung des Atamans Markow und Jepantschin so nachdrücklichenWiderstand, dass sie drei heftige Sturm-Angriffe mit grossem Verlustefür den Feind abschlugen. Sigismund, auch hier vom Misserfolgsich überzeugend, hob die Belagerung auf, ging zurück und zog endlich,durch Hunger und Kälte neue Verluste erleidend, definitiv nach Po-len ab.

Nun konnte Moskau endlich frohlocken über die Befreiung des Staa-tes von den Polen wie von den Kasaken Zaruzki's, welcher aus Mi-

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