Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 549
krönt, class auch nicht ein Mann oder Pferd verunglückte. Mit den Be-lagerten vereint stürzte sich Mossalski nun kühn auf den an Zahl be-deutend überlegenen Feind, und warf den Prätendenten entschieden vonder Stadt zurück. Als diese Handvoll Tapferer den Kampf schon ruhm-reich beendet hatte, erschien auf dem rechten Desna-Ufer auch Kura-kin, welcher sogleich gegen Brjansk ein befestigtes Lager erbaute. Inder Nacht aber trat heftiger Frost ein, die Desna stand, die Communica-tion war über das Eis hergestellt, und Kurakin versorgte die Belagertenim reichen Maasse mit Vorrätben und allen sonst zum Aushalten der Be-lagerung Erforderlichen.
Der Usurpator, um sich für das erlittene Missgeschick zu entschädi-gen, ging selbst über die Desna und griff Kurakin an. Der Kampf warhartnäckig, aber er blieb für beide Theile unentschieden. Kurakin,welcher die Belagerten bereits mit allem Notwendigen versehen hatte,hielt es für nutzlos , am andern Tage den Kampf von Neuem aufzuneh-men und zog sich mit Mossalski gemeinschaftlich nach Karatschew zu-rück. Der Usurpator verfolgte sie, als er aber sah, dass sie sich ver-schanzten, wagte er nicht sie mit offener Gewalt zu verdrängen, zog vor-über und lagerte sich bei Orel.
Kurakin und Mossalski hatten sich ohne Zweck und Nutzenvon Brjansk entfernt. Nach dem von dem Häuflein Belagerten und Mos-salski erfochtenen Erfolge hätte Kurakin sich mit ihm vereinigen unddie Niederlage des Prätendenten vollenden sollen, indem er diesen gänz-lich von Brjansk vertrieb. Durch seinen Rückmarsch versetzte er Brjanskund die Truppen darin wieder ganz in die frühere Lage, nur dass er sievorher noch mit Lebensmitteln versorgt hatte. So machten es aber diezarischen Wojewoden fast immer, sie überlegten ihr Verhalten nicht or-dentlich vorher.
G u 1 i t z i n, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 36