Bemerkenswertheste Kriege uud FeUstüge. 365
Benutzung von Flüssen (Moskwa. Oka. Wjätka rmdKania .—Operationenund Kämpfe zu Schiffe vereint mit Kämpfen am Ufer und auf Inseln.Dabei lenkt sich die Aufmerksamkeit auf die für einen Krieg mit denTataren äusserst günstige Eiclitung der Flüsse Don und besondersWolga, nebst Nebenflüssen, welche aus der Mitte Kusslands in dasCentrum der tatarischen Horden fliessen. ein Yortheil. welchen sowohlJohann wie seine Nachfolger gescbiekt auszunutzen verstanden.
Der Friede mit Kasan im September 1469 war vielleicht deshalbgeschlossen worden. weil zu dieser Zeit die Beziehungen zu Nowgorodimmer gespannter wurden, und Kasimir von Lithauen mit dem KhanAchmet der Goldenen Horde in verdächtiger Verbindung stand. Des-halb beschloss Johann zunächst mit Kasan Frieden zu machen und esvorläufig in Ruhe zu lassen, alle seine Macht dafür aber gegen Nowgorodzu wenden, was 1471 und 77 geschah. wie schon oben geschildert, undzwar mit dem entscheidenden Resultate der Unterwerfung von Nowgorod.Während dieser ganzen Zeit (1474—77) verhielt Ibrahim von Kasansich ruhig, er brach aber den Frieden gerade als Jobann Nowgorodunterwarf. Von dem falschen Gerüchte. dass J ohann von den Nowgo-rodzen geschlagen sei, verleitet, brach im Jahre 147S — nach einigenChronisten Ibrahim selbst. — nach andern schickte er seine Woje-woden mit einem grossen Heere in die Provinz Wjätka, wo die Kasanzerviele Gefangene. aber keine Stadt wegnahmen. 4 Wochen vor Wjätkastanden und viel Leute verloren, auch nach Ustjug wollten, woran dasAustreten der Flüsse sie hinderte. und endlich auf die wahre Nachrichtvon der Unterwerfung Nowgorods durch Johann eiligst nach Kasanzurückkehrten.
Zur Strafe dafür schickte noch im selben Jahre 1478 Johann denWojewoden Obrasez und Andere mit Truppen aus Nishni-Nowgorodper Wolga nach Kasan. Die Wojewoden verwüsteten das kasanscheLand und gelangten zu Schiffe bis Kasan. ein heftiger Sturm auf derWolga und anhaltender Regen hinderte sie jedoch am Angriff auf dieStadt und zwang sie zur Umkehr. Auf der andern Seite waren Ustjugerund Wjätschen auf der Kama in die kasanschen Grenzen gedrungen undverheerten gleichfalls das Land. Nun schloss Ibrahim abermals mitJohann Frieden ganz nach dessen Willen (gleichfalls nicht bekannt— wie), und bald darnach starb er; die nach seinem Tode in Kasan aus-brechenden Unruhen boten aber Johann die Möglichkeit, seinen Ein-fluss daselbst entscheidend zu befestigen. In den Fehden zwischenIbrahim's beiden Söhnen überwand der ältere — Alegam (Alikhan)den jüngeren — Mahmet-Aminj. Der Letztere ging nach Moskau undbat Johann um Hülfe, welche dieser um so lieber zusagte, als Mah-met-Aminj's Mutter Nursaltan den Krym-Khan Mengli-Ghirei