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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die beinerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 181

Ronen zurück. Bei Anmale stiess er auf eleu Prinz von Parma, da eraber zu schwach war, um ihn anzugreifen, so sendete er fast sein ganzesCorps mit den Fahrzeugen zurück und rückte nur mit 600 Reitern weitervor, vielleicht um durch diese Bewegung den vorsichtigen Gegner aufzu-halten. Aber er wurde bei Anmale von überlegener feindlicher Reitereiangegriffen, geschlagen und persönlich verwundet, zog sich jedoch inguter Ordnung zurück. Seine Kühnheit hielt aber wirklich den Vor-marsch des Prinzen von Parma auf, und Zwistigkeiten zwischen diesemund Mayenne waren demnächst die Ursache, dass der Prinz vonParma sich über die Somme abzog, nur 800 seiner besten Truppen nachRonen werfend, während es ihm leicht gewesen wäre, Heinrich IV. ganzvon Ronen abzuschneiden, ja sogar dessen Heer zu schlagen. Nun führteHeinrich IV. die Belagerung von Rouen mit erneutem Nachdruck undbrachte die Stadt aufs Aeusserste, sodass sie den Prinz von Parma zuHülfe rief. Dieser zwaug den König die Belagerung aufzuheben, zogaber, einem Kampfe ausweichend, auf Caudebec an der unteren Seine,wo sich grosse Vorrathsmagazine befanden, belagerte diese Stadt undnahm sie, bevor Heinrich IV. zu ihrer Hülfe hatte herankommen können.Beide Theile verlegten sich nun nachdrücklich auf den kleinen Krieg,Heinrich IV., indem er suchte den Priuz von Parma zum Kampfe zubewegen. dieser einem solchen beständig ausweichend. Während des-sen aber vermehrte sich die Truppenzahl bei H ei n ri ch IV. fortwährend,während sie beim Prinzen von Parma und bei Mayenne stets geringerwurde. Am Nöthigsten Mangel leidend und mehr und mehr durch Hein-rich's IV. Truppen bedrängt, war die Armee Mayenne's und desPrinzen von Parma schliesslich in den engen Raum zwischen den Ar-men der Seine eingeschlossen, doch gelang es ihr, Dank den geschicktenAnordnungen des Prinzen von Parma und der strengen Disziplin, inwelcher er seine Truppen erhielt, wohlbehalten und in Ordnung die Seineauf einer Schiffbrücke zu überschreiten, in 2 Tagen St. Cloud zu er-reichen, abermals über die Seine zu gehen, und nach Chäteau - Thierryzu entkommen. Heinrich IV. hatte das nicht zu verhindern vermocht,ging in die Champagne und nahm daselbst viele Städte weg.

§. 143.Krieg Frankreichs mit Spanien (15951598).

Seit dem Jahre 1593 hatten die Truppen Hein rieh's IV. in dennordöstlichen Provinzen Frankreichs in der Bretagne, Languedoc undSavoyen unaufhörlich neue und erhebliche Erfolge errungen, und derBürgerkrieg neigte sich immer mehr seinem Ende zu. Endlich führte der