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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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35. Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen ,13330 v. Chr.). 357

zu erledigen. Uebrigens entrann zwar Mithridates der Gefangenschaft,aber nicht einem anderen Unglück: auf dem Wege nach Pontus wurdendie Ueberreste seiner Flotte durch einen plötzlichen furchtbaren Sturmtheils zerstreut, theils vernichtet, sodass er für seine Person sich nur mitMühe (auf einem Fischernachen) nach Heraklea zu retten vermochte.Hier brachte er die Einwohner auf seine Seite, Hess 4000 Mann Besatzungdarin zurück und ging dann weiter nach Sinope und von da nachAmisus. Nunmehr ohne Heer und ohne Flotte schickte er mit der Bitteum Hülfe zu den Königen der Scythen, der Parther (Sinathruces oderArsaces XL) und von Armenien (Tigranes). Von diesen versprachallein der Letztere ihm zu helfen, beeilte sich aber gar nicht, denKrieg gegen die Römer zu beginnen, sodass Mithridates auf seine eige-nen Kräfte angewiesen war und sich nun zur Vertheidigung rüstete, in-dem er so viele Truppen als möglich zusammenbrachte.

Inzwischen hatte Metellus nach Besitznahme von Bithynien demCotta die Belagerung von Heraklea, dem Triarius den Oberbefehl überdie Flotte übertragen und drang nun selber mit der Hauptheeresmachtin Pontus ein. Mithridates schickte ihm einige leichte Truppen ent-gegen, welche ihn auf dem Marsche beunruhigten, seine Bewegung ver-zögerten und das Land auf dem von ihm eingeschlagenen Wege ver-heerten. Lucullus hatte übrigens die Vorsicht beobachtet. 30,000 Gallo-Griechen (oder Galater) mit sich zu nehmen, welche die Proviantvorräthefür die Armee mit sich führten, und da er bald in reiche fruchtbareGegenden kam, so litt er an Nichts Mangel. Er durchzog Paphlagonien undGalatien, ging von da nach Pontus, liess einen Theil seiner Truppen zurEinschliessung der Städte Amisus und Eupatoria zurück, und setztedann seinen Marsch nach Themiscyra am Flusse Thermodon weiter fort.Da er die reichen politischen Städte vor Plünderung zu schützen wünschte,so eilte er gar nicht, sie mit Gewalt zu erobern, sondern suchte sie zurCapitulation zu bewegen. Dies erregte Unzufriedenheit und Murren un-ter den beutedurstigen, habgierigen, ehemals Fimbrischen Legionen unddemnächst auch unter den übrigen Truppen Lucull's und gab ihnen An-lass, ihn dafür zu tadeln, dass er nur dem Mithridates Zeit lasse, neueStreitkräfte zu sammeln. Aber Lucullus blieb fest bei seinem Plane, in-dem es ihm lieber war, dass Mithridates neue Kräfte sammelte, aber ausdiesem Grunde in Pontus stehen blieb, als dass, wenn er keine Truppenzusammenbringen konnte, er gezwungen wurde, in die hinter seinemRücken liegenden Wüsten und in che wilden Schluchten des Kaukasuszu fliehen, oder was für die Römer noch schlimmer gewesen wärezu seinem Schwiegersohn Tigranes zu gehen, dem Herrscher des weitenund damals mächtigen armenischen Reiches. In Pontus hoffte Lucullusleicht und rasch den Mithridates zu besiegen, während ein Hinüberspielen