34. Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen (133—30 v. Chr.). 325
eigenen Legionen nach Griechenland und von dort nach Dyrrhachiumin Epirus, um von da übers Meer nach Brundisium zu schiffen.
In Koni hatte während dessen Cinna (85) sich zum dritten Mal nacheinander zum Consul wählen lassen, zugleich mit Papirius Carbo, undbetrieb grosse Rüstungen zu dem bevorstehenden Kampfe mit Sulla, derden Senat von seiner ungesäumten Rückkehr nach Italien, sobald er denKrieg gegen Mithridat beendet haben werde, benachrichtigt hatte. Cinnaund Carbo brachten erhebliche Streitkräfte zu Lande und zur See zu-sammen, auch Kriegsvorräthe und Lebensmittel. Die Grausamkeitendes Marius und neben diesem des Cinna zwangen aber alle vornehmerenund tüchtigeren Bürger eine Zuflucht im Heere des Sulla zu suchen, undobgleich die Marianische oder demokratische Partei an Kräften undMitteln überlegen war, so konnten unter ihnen doch nur Cinna und Ser-torius für Feldherren gelten, welche zu einer geschickten und erfolg-reichen Kriegführung geeignet waren. Die Partei Sulla's oder der Aristo-kraten stand jener zwar an Kräften nach, obgleich auch ihr Heer inDyrrhachium auf 50,000 Mann angewachsen war, hatte aber ein ent-schiedenes Uebergewicht durch die ausgezeichnete kriegerische Be-gabung ihres Hauptes — Sulla — und vieler zu ihm gegangener vor-nehmer römischer Bürger. Der Erfolg konnte daher nicht zweifelhaftsein, und in der That dauerte der Krieg in Italien nicht lange und endetemit dem vollkommenen Triumphe Sulla's.
Im Jahre 84 hatten Cinna und Carbo ihre abermalige Wahl zu Con-suln durchgesetzt und schickten einen Theil ihres Heeres zur See nachIllyrien, während sie selbst mit dem Rest eben dorthin nachfolgen undvon da zu Lande sich nach Epirus gegen Sulla wenden wollten. DieFlotte aber, auf welcher dieser letztere Theil sich eingeschifft hatte,wurde durch einen Sturm an der Küste Italiens zerstreut, und nun ver-weigerten die Truppen entschieden die Ueberfahrt übers Meer und denKampf gegen ihre Landsleute. Cinna wollte von seiner Macht Gebrauchmachen, sie dazu zu zwingen: sie empörten sich aber, Cinna sah sich ge-nöthigt zu fliehen und wurde in der Nähe von Ancona durch einen derCenturionen getödtet. Von den beiden fähigsten Anführern der Maria-nischen Partei blieb somit nur noch Sertorius übrig: er war aber nichtvon genügender Bedeutung und Ansehen, um sich an die Spitze der Ma-rianischen Partei zu stellen und den Krieg gegen Sulla zu leiten. DerSenat, im Gefühl seiner Ohnmacht und Erkenntniss der UeberlegenheitSulla's und seiner Partei, wünschte einen friedlichen Ausgleich mitdiesem. Aber Carbo, ebenso unfähig wie ehrgeizig und grausam, wollteum jeden Preis den Krieg mit Sulla und gewann die Oberhand, zum Un-glück für Italien: denn die Folge davon waren die Gräuel. welche diesenBürgerkrieg und den Triumph Sulla's begleiteten. Das Jahr 84 verlief