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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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34. Kriege der Römer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr.). 321

Sulla hatte dagegen nur 15,000 Mann Fussvolk, 1500 Reiter, und war imGanzen unter Einrechnung der griechischen Hülfsvölker etwa y 3 so starkals Taxiles. Dessen ungeachtet entschloss er sich aus dem durchschnittenenGelände von Attika in die für des Taxiles Operationen weit vortheil-hafteren Ebenen Böotiens zu gehen: 1) weil er den Feind verachtete, mitdem er zu thun haben sollte, und von seinem Erfolge im voraus überzeugtwar, 2) weil Attika durchaus keine Mittel zur Verpflegung der Truppendarbot, das Meer aber durch des Archelaus Flotte abgesperrt war, und3) weil er sich mit seinem Legaten Hortensius vereinigen wollte, welchermit unerheblichen Verstärkungen aus Thessalien heranzog und leicht vomGegner umzingelt und besiegt werden konnte. Das Glück begünstigteSulla: es gelang ihm sich mit Hortensius zu vereinen, und nun bezog erein Lager dem Taxiles gegenüber, unweit von Chäronea in Böotien.Archelaus, der aus Munychia herangekommen war, rieth dem Taxiles,er solle dem Kampfe ausweichen und Sulla durch Hunger mürbe machen,indem er ihm die Zufuhren abschnitt. Allein Taxiles und die übrigenHeerführer Mithridat's verliessen sich fest auf ihre überlegnen Kräfte,verwarfen seinen weisen und wohlerwogenen Kath und formirten sichzum Kampfe. Bestürzt über die Stärke des Feindes verweigerten dierömischen Soldaten in den Kampf zu rücken, und der Feind, der ihreVerzagt! eit sah, zerstreute sich sorglos plündernd in die Umgegend. Umseine Truppen zur Schlacht zu zwingen, liess Sulla die schwersten Erd-arbeiten durch sie ausführen, den Fluss Kephisus ableiten und tiefeGräben ziehen. Am dritten Tage forderten die Soldaten von selbst denKampf, und Sulla führte sie nun unverweilt vor, zur Hülfe für das vonArchelaus bedrohte Chäronea. Hier in einem durchschnittenen und fürArchelaus sehr ungünstigen Terrain fand die Schlacht statt, in welcherSulla, der sein Heer in Schlachtordnung mit einer Reserve formirt hatte,zuerst einen feindlichen Heerhaufen schlug, der vorteilhaft auf einemhohen und steilen, die feindliche Armee dominirenden Hügel aufgestelltwar; er tödtete 3000 Mann auf der Wahlstatt, und warf die Andern theilsin die Ebene, wo sie auch aufgerieben wurden, theils auf ihre eigene Armeezurück, welche dadurch in die grösste Unordnung gerieth. Dies sich zuNutze machend, führte Sulla einen gewaltigen Frontalstoss aus, wiesunschwer die feindlichen Sichelwagen zurück und schlug mit Hülfe derReserve, während sein Centrum im heftigen Kampfe mit der Phalanxstand, selber die Angriffe des Feindes auf die beiden römischen Flügelin Front und Flanke ab, schlug die beiden Flügel, dann auch das Centrumdes Gegners und warf dessen ganze Armee in ihr Lager zurück, in daser mit den Fliehenden zugleich eindrang und wo er nun ein furchtbaresBlutbad anrichtete (86). Nach Angabe der Historiker entkamen von demganzen feindlichen Heere nur etwa 10,000 Mann mit Archelaus nach

GValitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,3. 21