33. Kriege der Römer zur Zeit der inneren Unruhen (133—30 v. Chr.). 287
ehrgeizig. Da er erkannt hatte, dass in Roru Gewissen und Ehre undAlles käuflich sei, Hess er bald nach des Micipsa Tode (119) den Hiemp-sal umbringen, und besiegte und verjagte Adherbal (118). Adherbal flohzu den Römern mit der Bitte um Hülfe, Jugurtha aber bestach die be-deutendsten Senatoren, und der Senat schickte den gewinnsüchtigenL. Opimius mit einigen anderen bevollmächtigten Staatsbeamten nachAfrika, um das numidische Königreich zwischen Adherbal und Jugurthazu theilen. Der von Letzterem erkaufte Opimius sprach ihm den bestenTheil von Numidien zu (117). Fünf Jahre lang (117—112) verstärkteund befestigte sich Jugurtha in seinen Besitzungen, bildete ein grossesHeer aus, erwarb sich viele Anhänger in den Besitzungen Adherbal'sund brach dann plötzlich im Jahre 112 in diese Letzteren ein, sie mitFeuer und Schwert verheerend, worauf er mit ungeheuerer Beute beladenzurückkehrte. Er hatte gehofft, Adherbal werde dafür in gleicher WeiseRache nehmen, wodurch er dann einen billigen Vorwand gehabt hätteihn mit Krieg zu überziehen. Adherbal aber beschränkte sich darauf Ge-sandte mit Beschwerden an Jugurtha zu schicken, und dieser von Friedens-liebe dictirte Schritt erschien dem Jugurtha hinwiederum wie Bangigkeitund verdoppelte nur dessen Unverschämtheit. Mit einem starken Heerefiel er abermals in Adherbal's Besitzungen ein und verheerte das Landringsum aufs Furchtbarste, sodass Adherbal sich nun gezwungen sah zuden Waffen zu greifen, ein Heer sammelte und Jugurtha entgegenrückte.Bei Cirta stiessen beide Heere zusammen, nahe dem Meere, und Ad-herbal's Truppen. Nachts unvermuthet von Jugurtha in ihrem Lager an-gefallen, wurden in die Flucht getrieben und zerstreuten sich, Adherbalselbst entkam nach Cirta, wo er von Jugurtha belagert ward. Vergebensschickte der römische Senat zweimal Gesandte mit der Forderung, dassJugurtha und Adherbal sofort den Krieg einstellen sollten, nach Afrika:die Gesandten, unzweifelhaft von Jugurtha bestochen, kehrten jedesmalunterrichteter Dinge wieder zurück. Während dessen hatte Jugurtha dieBelagerung von Cirta eifrigst weiter betrieben ; Adherbal, durch Hungeraufs Aeusserste gebracht, ergab sich ihm endlich und wurde martervollhingerichtet (112). Auch diese Unthat des Jugurtha würde von Seitendes römischen Senats ungestraft hingegangen sein, hätte nicht die demo-kratische Partei, in der Person des Volkstribunen Memmius den Un-willen des Volkes gegen die Nachsicht des Senates und der Aristokratiefür Jugurtha erregt und dadurch den Senat zur Kriegserklärung gegenLetzteren gezwungen. So wurde denn (Uli der Consul Calpurnius Bestia,ein geschickter Heerführer, aber geldgierig und käuflich, wie fast allevornehmen Römer jener Zeit, gegen Jugurtha ausgesandt. In Afrika an-gekommen , führte Calpurnius zuerst den Krieg sehr thätig und nahmviele Städte und Gefangene weg; aber von Jugurtha bestochen, schloss