148 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Aiigustns (323—30 v. Chr.).
zurück, wo es von Hannibal eingeschlossen und, da bald Mangel anLebensmitteln eintrat, zur Uebergabe gezwungen wurde, — übrigens imHinblick auf die Zusammensetzung dieses Corps, das hier in gewisserWeise geopfert worden, kein allzu wichtiger Verlust für die Körner.
Das Glück begünstigte die Römer ganz besonders: Fabius hatte sichauf eine schwierige und langwierige Belagerung von Tarent eingerichtet,aber inzwischen ergab sich ihm diese Stadt ganz leicht und ohne Belage-rung. Die von Hannibal in Tarent belassene Garnison bestand fast ganzaus Bruttiern. Einer ihrer Obersten willigte, zufolge einer von Fabiusangewendeten bes fnde'rn List, darin ein, das Stadtthor uud denjenigenTheil der Mauern, welche er besetzt hielt, den Römern zu übergeben.Darauf zog Fabius, unter Zurücklassung eines Theiles seiner Truppen ander Hafenseite, heimlich um die Stadt herum und lagerte sich östlichderselben. Auf ein gegebenes Signal ertönten von allen Seiten, vomHafen, von der Burg und von den Schiffen her alle Trompeten und wurdenScheinangriffe unternommen. Während der Befehlshaber der Besatzung,Demokrates, mit dieser sich nach der Seite wandte, wo der grösste Lärmerschallte, rückte Fabius dicht an die Stadtmauer, die von Niemandbesetzt war, Hess einen Theil seiner Truppen dieselbe erklimmen unddie nächstgelegenen Thore öffnen, was auch Alles mit vollstem Erfolgeausgeführt ward, und mit Tagesanbruch drangen alle Truppen des Fabiusin die Stadt ein und stellten sich auf dem grossen Marktplatz auf. Demo-krates wandte sich gegen sie, fand aber in dem sich entspinnenden Kampfeseinen Tod, seine Truppen wurden zersprengt und zerstreuten sich in dieHäuser, wohin sie indessen verfolgt und wo sie zum grössten Theileniedergemacht wurden; es kamen hier eine Menge Karthager, Taren-tiner und sogar einige Bruttier ums Leben. Die Stadt ward der Plünde-rung preisgegeben, die Römer nahmen in derselben 30,000 Sklaven ge-fangen , viel Gold, Silber, Kleinodien, Statuen und Gemälde fielen inihre Hände.
Nach dem Entsätze von Caulonia war Hannibal noch vor dem FallTarents in Geschwindmärschen zu dieser letzteren Stadt hin aufgebrochen.Unterwegs erfuhr er. dass sie bereits genommen sei, er bezog indessen5 Meilen westlich von ihr ein Lager, aus dem er dann wenige Tage späternach Metapontum zurückging. Von hier schickte er zwei Einwohner vonMetapontum mit Schreiben von den Stadt vor Stehern an Fabius, in denendiesem die Uebergabe der Stadt an ihn angetragen wurde; Hannibalselbst legte sich an dem Wege, auf welchem Fabius heranziehen sollte,in Hinterhalt. Aber seine List war erfolglos: der vorsichtige Fabius gingnicht in die gestellte Schlinge, zog nicht nach Metapontum, sondern bliebbis zum Ende des Jahres in Tarent. Marcellus blieb ebenso in Venusia,