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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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134 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

um sich dessen zu bemächtigen, sondern um dadurch einen der Consulnzu veranlassen, mit der Hälfte der Belagerungsarmee Rom zu Hülfe zueilen, und dann, wenn er ihn von Capua fortgezogen habe, rasch zudieser Stadt zurückzukehren, den andern Consul zur Aufhebung der Be-lagerung zu nöthigen, vielleicht sogar Jeden einzeln zu schlagen. Umaber die Capuaner durch seinen Abmarsch nicht zu ängstigen oder sie da-durch zur Uebergabe zu veranlassen, setzte er sie von seiner Absicht inKenntniss. Darauf Hess er alle auf dem Vulturnus vorhandenen Schiffebei Calatia zusammenbringen, hiess seiner Armee sich auf 10 Tage mitLebensmitteln versehen, brach dann in der Nacht mit ihr zum Flussuferauf und hatte sie bis zum Sonnenaufgang schon über den Vulturnus ge-führt, wo er nun die Richtung nach Rom einschlug.

Fulvius setzte sofort den Senat hiervon in Kenntniss und brachtedadurch Rom in die grösste Bestürzung. Jemand schlug vor, ungesäumtdie ganze Armee nach Rom zurückzurufen, aber der gewesene DictatorFabius, welcher die List Hannibal's durchschaute, setzte dies aus ein-ander und fügte hinzu, dass gar keine zwingende Notwendigkeit vor-liege, überhaupt Truppen nach Rom heranzuziehen, das durch die darinbefindlichen vier Legionen (incl. der neu ausgehobenen und formirten,zwischen 24 und 25,000 Mann stark) hinlänglich beschützt sei. ValeriusFlaccus beantragte einen mittleren Auskunftsweg, nämlich den Consulnanzugeben, wie viele Truppen in Rom ständen und ihnen dann selbstdie Entscheidung zu überlassen, ob Einer von ihnen nach Rom kommenkönne und müsse. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Fulviusfand es thunlich, von der Belagerungsavmee 16,000 auserlesene Krieger(15,000 Mann zu Fuss und 1000 Reiter) zu detachiren, mit denen er selbstnach Rom eilte, den verwundeten Appius mit dem Reste der Armee zurFortführung der Belagerung von Capua zurücklassend. Da er erfahrenhatte, dass Hannibal die via Latina eingeschlagen habe, so marschirteer auf der viaAppia; allen Anwohnern derselben liess er voraussagen ?sie sollten Lebensmittel für seine Krieger bereit halten.

Hannibal war inzwischen ziemlich langsam marschirt, speciell inder Absicht, die Consuln zur Abzweigung eines grösseren Theiles derKräfte von dem Belagerungsheere zu bewegen. Nach dem Uebergangeüber den Vulturnus war er in kleinen Tagemärschen durch Cales di.Calvi), Allifä, Casinum (h. San Germanoj, Aquinum und Interamna(h. Fiola) zum Fluss Liris (h. Garigliano) gezogen; hier fand er dieBrücke durch die Einwohner von Fregellä zerstört, welche nach RomKunde von seinem Eintreffen gegeben hatten. Dies erhöhte in Rom nochden Schrecken und das Entsetzen. Nur der Senat verlor den Muth nichtund bewahrte seine feste Haltung, liess das Capitol, die Stadtmauern,die günstig gelegenen Punkte um die Stadt herum, sogar den Mons Alba-