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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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27. Der zweite punisohe Krieg (218202j. 131

5 Stadt - und 2 Freiwilligenlegionen), und zwar: 6 Feldlegionen unterBefehl der Proconsuln Appius und Fulvius zur Belagerung und Einnahmevon Capua; je 2 Feldlegionen unter den Proprätoren Junius in Etrurienund Sempronius im cisalpinischen Gallien; die 2 alten Stadtlegionenin Rom, ebenso 2 neu ausgehobene: die 2 Legionen Freiwilliger wurdenneu formirt und stiessen bald nachher zu den Legionen der Consuln,welche vor Capua lagen; ausserhalb Italien: in Sicilien 2 Legionendes Proconsuls Marcellus und 2 Legionen des Prätors Sulpicius, in Sardi-nien 2 Legionen des Prätors Cornelius Lentulus: in Hispanien 2 Legio-nen ; in Griechenland 1 Legion des M. Valerius, nebst 1 Seelegion und60 Quinqueremen. Otacilius wurde im Oberbefehl über die Flotte unddie darauf befindlichen Truppen an den Küsten von Sicilien und ItalienTon Neuem bestätigt.

Die Hin- und Herzüge, Operationen und Kriegsereignisse gegen Endedes vergangenen Jahres hatten dem Senat nicht gestattet, zu Anfangdieses Jahres dem Hannibal eine besondere Armee entgegenzustellen,um ihn von Capua fern zu halten, sondern sie hatten ihn (den Senat) viel-mehr bewogen, diese Stadt mit 70,000 Mann, die in stark befestigtenBelagerungslinien lagen, thatkräftig zu belagern und sich sonst strengauf der Defensive zu halten. Vor Allem wurde beschlossen, sich unver-weilt Capuas zu bemächtigen und sich dann erst gegen Hannibal zuwenden.

Capua war ausserordentlich eng eingeschlossen (nur ein Numidiervermochte sich durch die Linien zu schleichen und einen Brief der Ca-puaner mit der Bitte um Hülfe an Hannibal zu überbringen). Die ganzeHoffnung der Capuaner beruhte auf der Hülfe Hannibal's. Ihre Ausfällewurden zurückgeschlagen, und obgleich ihre Reiterei besser war als dierömische, so war dagegen ihr Fussvolk so schlecht, dass die absoluteUnmöglichkeit vorlag, mit demselben die Linien der Römer erfolgreichanzugreifen. Die Ueberlegenheit der capuanischen Reiterei gab denRömern den Gedanken ein, ihr leichtes Fussvolk derart zu vervollkomm-nen, dass es die Reiterei unterstützen und mit derselben operiren könne.Es wurden die jüngsten leichtesten und gewandtesten Krieger aus denLegionen ausgewählt und eingeübt, hinter den Reitern auf deren Pferdenaufzusitzen, auf ein Signal herabzuspringen und nun zu Fuss mit derCavallerie vereint zu fechten. Sie erhielten kleine runde Schilde undjeder sieben Wurfspiesse. Als sie hinlänglich geübt waren. gaben dieConsuln Anlass zu einem Reitergefecht, in welchem die neue Art leichtenFussvolksTnit der Cavallerie gemeinschaftlich kämpfend die capuanischeReiterei in Verwirrung und Unordnung brachte, sie mit grossem Verlustezurückwarf und bis an die Mauern der Stadt jagte, so dass sie fürderhinnicht zu erscheinen wagte. Dieser Erfolg gab Anlass zur Einführung