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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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27. Der zweite punische Krieg (218202). 123

mit einem Verluste von 1500 Mann. Das machte sie vorsichtiger, abersie blieben vor Capua.

Hannibal war durch Apulien gezogen und hatte sich bei Beneventgelagert; am dritten Tage forderte er, des Sieges über die Armee derConsuln, welche schon eine Schlappe erlitten hatten, gewiss, dieConsulnvor Capua zum Kampfe heraus, und diese nahmen die Herausforderungan. Der erste Zusammenstoss war ungünstig für sie; um sich der zahl-reichen leichten Keiterei Hannibal's zu erwehren, beorderten sie ihreCavallerie zur Attake gegen dieselbe. Aber zur selben Zeit erschienenin der Flanke beider Armeen Truppen (es waren die Legionen des Grac-chus, geführt von dem Quästor Cornelius) und beide Feldherren, imZweifel, was dies zu bedeuten habe, gaben gleichzeitig Jeder für seineSeite das Signal zum Rückzüge. Um Hannibal von Capua abzuziehen,trennten sich nun beide Consuln, Fulvius ging nach Cumä, Appius insLucanische. Hannibal folgte dem Appius. Dieser Letztere aber zwang,indem er beständig einem Zusammenstoss mit ihm auswich, den Hannibalbald hierhin bald dorthin ihm zu folgen, und als Hannibal dessen müde,endlich Halt machte, wandte Appius sich rasch wieder nach Capuazurück.

Auf solche Weise von ihm irregeleitet, fand Hannibal indessen baldGelegenheit, sich für dieses nutzlose Hin- und Herziehen zu entschädigen.

Ein gewisser Centenius Penula, welcher einige Feldzüge in derStellung als Primipilus mitgemacht, sich in mehreren Schlachten ausge-zeichnet hatte und nun seiner Dienstpflicht ledig sich in Eom aufhielt,hatte den Senat gebeten, ihm die Werbung von 3000 Freiwilligen zu ge-statten, mit welchen er der Republik grosse Dienste zu leisten und gegenHannibal dieselben Kriegslisten anzuwenden versprach, mittelst welcherdieser die römischen Heerführer so oft getäuscht habe. Der Senatschenkte, leichtgläubig genug, dieser thörichten Prahlerei Glauben undgab dem Centenius 8000 Mann Römer und Bundesgenossen. Centeniuszog mit ihnen nach Lucanien, wo er mit einer bereits auf das Doppelte(16,000 Manny angewachsenen Truppenschaar gerade zur selben Zeiteintraf, als Hannibal in seiner Verfolgung des Appius Halt gemacht hatte.Centenius bot ihm sofort den Kampf an. auf den Hannibal einging, da ernicht zweifelte, dass er einen solchen Anführer mit einer solchen Armeeschlagen werde. Obgleich der erste Angriff des Centenius abgeschlagenwurde, so währte der Kampf doch fast zwei Stunden und würde viel-leicht noch länger sich fortgesetzt haben, wenn nicht Centenius, getriebenvon der Erinnerung an seine früheren Thaten und namentlich von demWunsche, die Schande einer durch seine eigene Unbesonnenheit herbei-geführten Niederlage nicht zu überleben, sich in das wildeste Kampfge-tttmmel gestürzt hätte, wo er endlich in den Reihen der Feinde den Tod