198 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
Legionen zu Lande gegen sie aus und zwangen sie in kurzer Zeit zurUnterwerfung. Gleichwohl kostete dieser Feldzug den Kömern ziemlichbedeutende Verluste an Truppen.
§. 150.Zweiter illyrischer Krieg mit Demetrius von Pharos (218).Während dessen hatte Demetrius von Pharos sich in seiner Hoffnung,von den Römern die Würde des Königs von IUyrien zu erlangen, ge-täuscht gesehen und war darüber ebenso unzufrieden, wie die Illyrierdarüber, dass sie nicht mehr, wie früher, reiche Beute durch Seeräubereigewinnen' konnten; er brach deshalb im J. 219 den im J. 228 ge-schlossenen Vertrag, indem er mit 50 Schiffen weit über Lissa hinausdas Meer befuhr und die cykladischen Inseln plünderte. Einige istrischeStämme schlössen ein Bündniss mit ihm, ausserdem hoffte er auf dieUnterstützung ■ des Königs Philipp von Macedonien, mit welchem er infreundschaftlichen Beziehungen stand. Aber seine Hoffnung wurde zuSchanden: der römische Senat, welcher schon voraussah, dass bald einneuer Krieg mit Karthago ausbrechen werde, eilte das nordöstliche Italienzu beruhigen und schickte im J. 218, — zu derselben Zeit, als Hannibalschon Rom mit Krieg bedrohte, — die Consuln Livius und Aemilius mitArmeen nach IUyrien. Die von Demetrius befestigte illyrische Stadt Dimalewurde nach siebentägiger eifriger Belagerung von Aemilius eingenommen,dann die Stadt Pharos belagert, in welcher Demetrius sich mit aus-erlesenen Truppen befand. Aemilius nahm auch diese Stadt und unter-warf die ganze Insel Pharos, Demetrius rettete sich durch die Fluchtnach Macedonien zu Philipp. Die Römer schleiften die Stadt Pharosund kehrten, nachdem IUyrien gänzlich beruhigt war, nach Rom zurück,wo Aemilius mit dem Triumph belohnt wurde.
§. 151.Sehluss.So waren denn, in den 23 Jahren von der Beendigung des erstenpunischen Krieges bis zum Beginn des zweiten, von den Römern durchKrieg sehr wichtige Resultate erlangt. Sardinien und Corsica warenvollständig unterworfen, die furchtbaren und gefährlichen cisalpinischenGallier nicht allein besiegt, sondern auch erheblich geschwächt, nochehe Hannibal in Italien erschien; ganz Nord-Italien war ihrer Machtunterworfen, IUyrien und Istrien beruhigt, die Römer hatten sich darinfestgesetzt und Griechenland in den Kreis ihrer Politik gezogen, wasdann wichtige Folgen nach sich zog. Und alle diese werthvollen politi-schen Erfolge und Resultate verdankten sie dem Glück ihrer Waffenund der geschickten Politik des römischen Senats.