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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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22. Der erste punische Krieg von 264211. 1S3

eignisse fortgesetzt. Bei der Rückfahrt der römischen Flotte längs dersicilischen Küste wurde sie abermals von einem plötzlichen Sturm über-fallen. welcher über 150 Schiffe zu Grunde richtete, so dass in einemZeitraum von 4 Jahren (256253) die Römer im Ganzen an 700 Schiffenniit aller darauf befindlichen Mannschaft eingebüsst hatten!Man kannhieraus ermessen, mit welcher Erbitterung beide Theile kämpften, welcheungeheuren Kosten sie aufwendeten, und wie wenig die Menschenlebenbei ihnen galten. Da aber Rom nicht annähernd so viel Geldmittel zurVerfügung hatte, wie Karthago, und die Seestädte und Colonien Italiensbereits fast gänzlich erschöpft und ruinirt waren, so sah sich Senat undVolk von Rom endlich gezwungen, auf den Krieg zur See zu verzichtenund sich auf die Unterhaltung von nur 66 Schiffen zum Schutz des itali-schen Ufers und zur Herstellung der Verbindung mit den Armeen, welcheauf Sicilien operirten, zu beschränken.

Der Krieg auf Sicilien wurde zwei Jahre lang (252251) mit grösse-rem Erfolg von Seiten der Karthager, denn von Seiten der Römer geführt.Die Römer nahmen Himera. der Consul Aurelius bemächtigte sich nachhartnäckiger Gegenwehr der Stadt Lipari. Die Karthager, welchegänzlich die Herrschaft zur See schon wieder erlangt hatten, setzten sichdabei immer mehr in Sicilien fest. Hier besassen sie in der Verwen-dung der Elephanten ein mächtiges Mittel zu erfolgreicher Bekämpfungder Römer im Landkriege, namentlich im freien Felde, übrigens kommenerst seit der Zeit des Krieges gegen Pyrrhus Elephanten in ihren Heerenvor (s. 19. Kapitel §. 119). Obgleich die Römer, die in dem Kriege mitihnen auch zuerst mit dem Anblick und dem Verhalten dieser gewaltigenThiere bekannt wurden, sich sogar einigermassen an sie gewöhnt hatten,so brachten dennoch die Elephanten immer wieder den grössten Schreckenhervor, sowohl bei den Pferden, als selbst bei den römischen Truppen.Um so ruhmreicher war daher der entschiedene Sieg, den der ProconsulCäciliusMetellusimJ.251 bei Panormus über den karthagischen FeldherrnHasdrubal davontrug, welcher ihn zuerst angegriffen hatte. Trotz dergrossen Anzahl von Elephanten, welche Hasdrubal bei sich hatte, Hessensich des Metellus Truppen dennoch nicht schrecken und nahmen sogar120 derselben weg. Deswegen wvrde der Triumph, mit welchem manMetellus in Rom ehrte, einer der glänzendsten und zum ersten Male wurdeden Römern dabei eine so grosse Zahl besiegter Elephanten vorgeführt.Darum war aber der Sieg bei Panormus, welcher die Furcht der römi-schen Soldaten vor den Elephanten aufhören Hess und das volle Selbst-vertrauen derselben wieder herstellte, in seinen Folgen auch so ausser-ordentlich wichtig für die Römer. Die Karthager wurden aus allenStädten vertrieben, welche sie auf Sicilien innegehabt hatten. nurDrepa-num, Eryx und Lilybäum blieben in ihrer Gewalt,