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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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21. Kriege der Römer von 343 bis 264. 135

internum) und im Osten das adriatische Meer [mare adriaticum). Seinelängste Ausdehnung von Norden nach Süden betrug 150 geographischeMeilen (1050 Werst oder Kilometer), die grösste Breite am Fuss derAlpen 100 Meilen (700 Werst), in der Mitte der Halbinsel 26 Meilen(182 Werst), der Flächeninhalt 5800 Quadratmeilen (40,600 Quadrat-werst) . Durch den Gebirgszug der Apenninen, der sich in der Richtungvon Nordwest nach Südost erstreckt und dann nach Süden abbiegt,wurde es in zwei ungleiche Hälften getheilt, von welchen die nordöst-liche ebenes, offenes, fruchtbares Gelände, die südliche und westlicheaber von Gebirgen durchzogen war, mit engen Gebirgsthälern und kleinenKüsten-Ebenen. In den ersten Zeiten Roms waren die Apenninen mitdichten Waldungen bedeckt. Die Hauptflüsse waren: derPadus (heute Po),Athesis (heute Adige oder Etsch), welche ins adriatische Meer mündeten,und der Tiberis (heute Tevere, Tiber), der sich ins mittelländische Meerergoss. Der Boden gehörte zu dem fruchtbarsten Europas, besonders inden Ebenen, aber in vielen Theileu des Gebirges war er ungeeignet zurBearbeitung. So lange das mittelländische Meer die Haupthandels-strasse bildete, erschien Italien durch seine Lage als das wichtigste Landdieses Theiles der Welt; aber im Alterthum wusste es sehr selten diesenVortheil auszunutzen.

Es zerfiel in drei Theile: I. Ober- oder Nord-Italien, von denAlpen bis zu den beiden Flüssen Rubicon und Macra, aber nur diesüdliche Hälfte desselben wurde nach dem ersten punischen Kriege,zwischen 225 und 222, zur römischen Provinz gemacht; erst zu JuliusCäsar's Zeiten erhielt sie das Bürgerrecht und wurde in den BestandItaliens aufgenommen; IL Mittel- oder das eigentlicheltalien,vom Rubicon und Macra bis zu den Flüssen Silarus und Frento, undIII. Unter- oder Süd-Italien, auch Gross - Griechenland ge-nannt , vom Silarus und Frento bis zu den südlichen Meeresküsten undVorgebirgen.

I. Ober- oder Nord-Italien bestand aus: 1) Gallia Cisal-pina (d. h. Gallien diesseits der Alpen) und 2) Ligurien.

1) G a 11 i a C i s a 1 p i n a (oder T o g a t a), so genannt im Gegensatzzu Gallia Transalpina, dem jenseits der Alpen liegenden odereigentlichen Gallien, weil zum grössten Theil gallische Stämmedarin angesessen waren. Es nahm die weite Ebene ein, welche derPadus (Po) durchschneidet und in einen nördlichen Theil GalliaTranspadana (d. h. jenseits des Po), welches auch Venetien, Carnienund Istrien in sich schloss, und in einen südlichen Gallia Cispa-dana (d. h. diesseits des Po) theilte.

Im transpadanischen Gallien, das von den gallischen Stämmen der