Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

bald die macedonischen Könige, bald die epirotischen Könige, besondersPyrrhus, bald auch äussere Feinde, Gallier, Illyrier und endlich dieRömer einmischten oder verwickelten, von denen die Letzteren schonseit dem Ende des zweiten punischen Krieges die Anfänge zu jener Po-litik legten, welche ihnen in der Folge Macedonien wie Griechenlandunterwarf.

In den Kriegen um die macedonische Thronfolge wiederholten sichin geringerem Grade dieselben Erscheinungen, wie in den Kriegen umdie Nachfolge in der Monarchie Alexander's d. Gr. bis zur Schlacht beiIpsus. Vom ersten Anfange bis zum J. 287 war die thätige Hauptperson,der Prätendent für den Thron von Macedonien Demetrius Poliorcetes.Er hatte, wie schon gesagt, sich nach der Schlacht bei Ipsus mit 5000Mann Fussvolk und 4000 Reitern nach Ephesus gerettet und von da zurSee mit einer Flotte nach Athen gewendet, in der Hoffnung, dort eineZuflucht zu finden. Aber die Athener erklärten sich neutral und Hessenihn nicht in die Stadt, wodurch sie sich allerdings grober Undankbarkeitgegen ihn schuldig machten. Nun wollte Demetrius auf dem Isthmus(der Landenge von Korinth) landen, aber auch von dort abgewiesen zoger sich nach seinen Besitzungen im Peloponnes zurück, gewann daselbstnoch einige feste Punkte, in denen er sich festsetzte, verstärkte seineFlotte und belagerte nun im J. 297 Athen zu Wasser und zu Lande undzwang es durch Hunger zur Uebergabe. Nachdem er den TyrannenLeochares (Lachares), der unter Kassander's Schutz stand, daraus ver-trieben hatte, legte er Besatzungen nach Munychia und nach dem Piräeus,verzieh aber den Athenern und wollte sogar aus Athen den Mittelpunkteines unabhängigen für ihn selbst bestimmten Königreichs in Griechen-land machen.

Während dessen war aber 298 Kassander gestorben und hatte dreiSöhne hinterlassen, von denen der älteste, Philipp, im folgenden Jahreebenfalls starb; der zweite, Antipater, ermordete seine Mutter Thessa-lonice, weil sie ihren jüngsten Sohn, Alexander Aegus, vorzog, und floh,Hülfe suchend, nach Thracien zu seinem Schwiegervater Lysimachus;Alexander Aegus rief dagegen Pyrrhus, den König von Epirus, undDemetrius Poliorcetes zu seiner Hülfe herbei, und Beide zogen mit Trup-pen nach Macedonien. Bald aber gewann er wohl die Ueberzeugung,dass sie Beide darnach trachteten, sich Macedoniens zu bemächtigen, underklärte deshalb dem Demetrius, er bedürfe seiner ferneren Hülfe nicht.Demetrius lud ihn darauf zu einem Gastmahl ein und Hess ihn währenddes Schmauses tödten, sich selbst aber zum König von Macedonien aus-rufen (295). Ausser Macedonien und dem daran stossenden Thessalienbeherrschte er noch einen grossen Theil des Peloponnes, Megara undAthen. Die sieben Jahre seiner Regierung bieten eine Reihe fortgesetzter