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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 25

Das angeführte Beispiel genügt, um sowohl von den Feldherren, alsvon ihren Heeren, wie von ihrer Art und Kunst der Kriegführung zurdamaligen Zeit eine Vorstellung zu geben, es ist daher überflüssig, dieweiteren Thaten des Antigonus und Eumenes ausführlich darzustellen,sie tragen alle denselben Charakter. Es genügt zu sagen, dass das End-resultat derselben bald nachher eine Schlacht war (317), die in dieserselben Provinz Gabiene stattfand und für Eumenes unglücklich endigte.Die Details derselben sind unbekannt, ebenso wo und wie sie verlief.Gewiss ist nur: 1) dass auf beiden Seiten viele Elephanten waren, unddass Eumenes die seinigen vor seinem Heere in einem convexen Bogenaufstellte, dessen Enden sich an beide Flanken anschlössen, damit dieElephanten, welche sich nicht selten rückwärts wandten und dadurchihre eigenen Truppen in Unordnung brachten, hinter sich mehr freienRaum hätten; 2) dass Antigonus wie Eumenes vor der Schlacht sehrgeschickte Anordnungen trafen und den Angriff in schräger Schlacht-ordnung formirten; und 3) dass Schlacht und Sieg vielleicht unent-schieden geblieben wären, wenn nicht ein besonderer Umstand den Siegauf des Antigonus Seite geneigt und Eumenes ins Verderben gestürzthätte. Es war schon oben (S. 21) gesagt, dass Eumenes dieArgyraspidenfür sich gewonnen hatte, welche auch in dieser Schlacht sich bei seinemHeere befanden. Erbittert darüber, dass Antigonus während der Schlachtihre ganze Bagage, Frauen, Kinder und gesammte Habe weggenommenhatte, kehrten diese habsüchtigen und corrumpirten Krieger ihren Grimmstatt gegen Antigonus gegen Eumenes und schämten sich nicht, durchgemeinen Verrath sich zu beschimpfen, indem sie Eumenes in Fesseln anAntigonus auslieferten, um als Preis dafür ihre Familien und Habe wie-der zu erlangen! Antigonus wollte den Eumenes retten und einen Freundund Gehülfen in ihm gewinnen, aber er sah sich durch das dringendeAnliegen seiner Unterfeldherren und Truppen genöthigt, ihn hinrichtenzu lassen 1

Dieses Ende dient zur Vervollständigung der Charakteristik derFeldherren und Heere jener finsteren unruhigen Zeit, wo, wie es. scheint,unter den steten Kämpfen und Kriegen jedes Gefühl der Ehre, des Edel-muths und der Menschlichkeit erloschen war! In den kaum sieben Jahrenseit dem Tode Alexander's d. Gr., welche tiefe sittliche Versunkenheitder Heerführer wie der Heere! Aber das ist es nur nach unseren heutigenBegriffen, in der damaligen Zeit waren die gleichen Erscheinungenso allgemein verbreitet, dass darin gar nichts Ungewöhnliches lag. Kriegs-listen, wie die oben angegebenen, galten für die höchste Feldherrnkunst!

Von Eumenes befreit, erlangte Antigonus jetzt solche Macht und

griff zu so gewaltthätigen Massregeln gegen seine Gefährten Ptolemäus,

' Kassander, Lysimachus und Seleukus, dass diese unter einander ein