422 II- Vom Anfang der grieeh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
schleichen und in Tauromenium zu landen. Hicetas zog ihm entgegen;aber bei Adranum wurde er plötzlich von den Korinthern überfallen,verlor 900 Mann, sein Lager und seine Fahrzeuge wurden von den Ko-rinthern genommen. Adranum und viele andere sicilische Städte HessenTimoleon ohne Widerstand ein, und bald zwang er Dionysius, ihm dieBurg von Syrakus zu übergeben (343). Dionysius selbst wurde alsGefangener nach Korinth geschickt.
Nun verstärkten die Karthager ihr in Sicilien stehendes Heer. IhrFeldherr Mago lief (342) mit 150 Schiffen in den Hafen von Syrakus ein,schiffte etwa 60,000 Mann aus, setzte sich in den Besitz eines Theilesder Stadt und rückte mit einer Hälfte des Heeres gegen Katana, währenddie andere Hälfte die Burg belagerte. Während seiner Abwesenheitmachte Timoleon einen starken Ausfall, tödtete einen Theil der Belagerer,schlug den anderen Theil in die Flucht und bemächtigte sich Achra-dina's. Als er bald nachher Verstärkungen aus Korinth erhalten hatte,befreite er Messana von seinem Tyrannen und zog dann vor den Theilvon Syrakus, der noch von den Karthagern besetzt war. Mago wurdegezwungen, aus Sicilien abzuziehen, und als er in Karthago ankam, warder hingerichtet (341).
Kaum war Timoleon die Befreiung aller sicilischen Städte gelungen,so wurde auch schon ein neues karthagisches Heer von 70,000 Mannunter dem Befehl zweier Feldherren, Hasdrubal und Hamilkar , auf 200Kriegs- und 1000 Transportschiffen nach Sicilien übergeführt (340).Timoleon, der ungefähr 11,000 Mann zusammen hatte, zog rasch denKarthagern entgegen und stiess auf sie an den Ufern des Flusses Kri-missus, wo sie ein Lager bezogen hatten. Seine Erscheinung brachtedie Karthager in Verwirrung, und dies benutzend warf er sich mit Unge-stüm auf die 10,000 Mann karthagische Avantgarde, welche schon überden Fluss gegangen waren. Diese Truppen wurden geworfen, noch ehedie Hauptmacht der Karthager zu ihrer Hülfe heraneilen konnte. Alsaber diese Hauptmacht etwas links von Timoleon den Fluss überschrit-ten hatte, erneuerte sich die Schlacht und der Sieg schwankte lange voneiner Seite zur anderen. Aber grade als das karthagische Heer sichschon anschickte, das kleine Häuflein der Truppen Timoleon's zu um-fassen und einzuschliessen, brach ein heftiges Gewitter mit Platzregenund Hagel los, der den Karthagern gerade ins Gesicht getrieben wurde,so dass diese in Unordnung geriethen, nicht länger Stand hielten undsich zum Flusse zu wenden anfingen. ISfun griff Timoleon sie heftig undentschlossen in Front und Flanke an und warf einen grossen Theil vonihnen in die Flucht. Die heilige Schaar der Karthager leistete langetapfern und hartnäckigen Widerstand, — sie blieb ganz auf dem Platze,total vernichtet. Von dem übrigen karthagischen Heere waren 10,000