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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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418 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

ein Schreiben der Selinimtier aufgefangen, in welchem diese ihren Ver-bündeten , den Karthagern, mittheilten, dass am folgenden Tage (am6. Juli 480, Tag der Schlacht bei Thermopylä) das Reitercorps der Seli-nuntier zu Hamilkar in dem Lager der Seetruppen stossen werde, zurselben Zeit, wenn dieser in diesem Lager dem Neptun Opfer darbringenwerde. Das machte Gelon sich zu Nutze und befahl einem gleichstarken Corps seiner Reiterei, am bezeichneten Tage zu dem genanntenLager zu ziehen und sich für die Selinuntier auszugeben. Es geschah,wie beabsichtigt, Gelon's Reiterei wurde ins Lager gelassen, fiel über dieunbewaffneten Karthager her und machte sie fast alle nieder, auchHamilkar wurde erschlagen, die karthagische Flotte aber verbrannt.Sobald Gelon von dem Erfolge seiner Reiterei erfuhr, ging er seinerseitssofort zum Angriff gegen das Lager der Landtruppen vor und erstürmtees. Von Schreck und Schmerz über Hamilkar's Tod und die Verbrennungihrer Flotte betroffen, leistete das karthagische Landheer nur schwachenWiderstand und suchte sein Heil in der Flucht. Gelon verfolgte es undmachte an 150,000 Mann (?) nieder. Die Ueberlebenden sammelten sichauf einer Höhe östlich von Himera, wo sie, durch die Syrakusaner einge-schlossen und der Lebensmittel ermangelnd, zur Uebergabe gezwungenwurden. So berichten Herodot und Diodor, indem sienoch hinzufügen,dass von 300,000 Mann Karthagern nicht ein Einziger (?) nach Kar-thago entkommen sei, der von ihrer Niederlage und Flucht hätte berich-ten können.'

Auf diese Weise war der Sieg der Syrakusaner über die Karthager beiHimera noch viel entscheidender, als der, welchen einige Wochen später(am 23. August 480) die Griechen über die Perser bei Salamis erfochten.Er hatte zur Folge, dass die Karthager einen für sie schimpflichen Frie-den abschliessen mussten.

Während des darauf folgenden Zeitraums von 70 Jahren (480410)ist die karthagische Geschichte sehr unbekannt. Aber von 409 an er-neuerte sich der Krieg zwischen den Karthagern und den sicilischenGriechen fast unaufhörlich und mit beständig zunehmender Ausdauer,Kraft und Hartnäckigkeit auf beiden Seiten. Als Grund dafür sind anzu-sehen : von Seiten Karthagos, dass es sich zu dieser Zeit auf dem Gipfelseiner Macht und seiner Eroberungsgelüste befand, von Seiten dersicilischen Griechen: die ehrgeizigen Pläne Dionysius' I. des Aelteren,Tyrannen von Syrakus, und seiner Nachfolger, welche nach Erweite-rung der Macht von Syrakus über ganz Sicilien und Grossgriechenlandstrebten.

Im Jahre 409 mischten sich die Karthager in die Zwistigkeitenzwischen Selinus und Egesta (oder Segesta) und schickten den Egestanern