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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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388 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

war Alles bereit zur kräftigsten Beschiessung der Vertheidiger, als dieBaziraer, von Schrecken ergriffen, Unterhandlungen mit ihm anknüpften,die sie indessen bis zum Abend hinzuziehen beabsichtigten, um dann unterdem Schutz der Dunkelheit entfliehen zu können. Alexander, der hiervonKenntniss erhalten hatte, wartete den Abend ab, nahm dann 700 auser-lesene Krieger mit sich und erklimmte an ihrer Spitze zuerst den Felsenzur selben Zeit, als die Baziraer ihn eben zu verlassen begannen. DieMacedonier warfen sieh sofort auf sie und erschlugen eine grosse Menge,von den Uebrigen stürzten viele in die Abgründe.

Auf dem Aornischen Felsen Hess Alexander ein Truppencorps zurückund zog dann weiter in das Land der Assacener, gleichfalls auf demrechten Indusufer, oberhalb des Aornischen Felsen. Seine vorhergehendenErfolge hatten aber die Assacener so in Schrecken gesetzt, dass sie, inder Stärke von etwa 20,000 Mann versammelt, bei seiner Annäherungihren Anführer umbrachten und sich zerstreuten.

Dann wendete sich Alexander zurück am Indus entlang nach Süden,nahm die freiwillige Unterwerfung der Stadt Nysa an 'ungefähr das heu-tige Akora oder Nauschehra am untern Kabul), welche der sagenhaftenUeberlieferung zufolge von Bacchus selbst gegründet sein sollte, liess denEinwohnern ihre Regierung und Gerechtsame, nahm nur 300 nysäischeReiter mit und langte endlich (in sechszehn Tagen nach dem Aus-marsch aus Baktra) an der Stelle des rechten Indusufers an, wo Hephä-stion und Perdikkas unter thätiger Mithülfe des Taxiles und der übrigenbenachbarten indischen Fürsten bereits eine grosse Anzahl Schiffe zu-sammengebracht und eine Brücke geschlagen hatten (wie Aman annimmt,eine Schiffbrücke). Hier (nach Ansicht der neuesten Forscher) in einigerEntfernung nördlich von der Mündung des Flusses Atak in den Indus,wo heute die Stadt Atak liegt) ging Alexander um die Zeit der Sommer-sonnenwende über den Indus und zog gegen Taxila (ungefähr das heutigeFudjunga oder Rawalpindi im Lande der Sikhs oder dem Pandjab),eine grosse, sehr bevölkerte und reiche Stadt, zwischen Indus und Hydas-pes gelegen. Von Taxiles und den Bewohnern der Stadt in freundlichsterWeise aufgenommen, bestätigte er den Taxiles nicht allein in seinem Be-sitze, sondern vergrösserte diesen noch durch Hinzufügung der benach-barten Gebiete und erwarb so in Taxiles einen treuen Bundesgenossen,indem er zugleich sein Heer um 5000 Mann indischer Truppen diesesFürsten verstärkte.

Während dessen hatte Porus, welchen das Bündniss zwischen Alexan-der und Taxiles zu thatkräftigem Widerstände aufreizte, mehr als 30,000Mann Fussvolk und 6000 Reiter.mit 420 Streitwagen und mehr als 200mit Bewaffneten besetzte Elephanten zusammengebracht und sich .mitihnen auf dem linken Ufer des Hydaspes aufgestellt, in der Absicht,