] 66 n. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
dort zogen die ausgeschickten Truppen direct gegen Sardes, die Resi-denz des persischen Satrapen von Kleinasien und das Centrum seinerRegierung. Der derzeitige Satrap, Artaphernes, auf diesen Angriff nichtgefasst, war gezwungen, sich mit einer kleinen Anzahl Truppen in dieBurg von Sardes zurückzuziehen, — die Griechen nahmen, plündertenund verbrannten die Stadt und schlössen die Burg ein. — Aber beimHerannahen des persischer^ Heeres, welches sofort aus Kleinasien gegensie heran zog, traten sie den Rückzug nach Ephesus an, wurden indessenvon den Persern erreicht und aufs Haupt geschlagen. Darnach beriefendie leichtsinnigen Athener ihre Truppen und Schiffe zurück, die klein-asiatischen Griechen ihren eigenen Kräften überlassend, nachdem sieselbst den Darius Hystaspis nur gereizt hatten. Darius sah sich indessengezwungen, seine Rache aufzuschieben, bis er die aufständischen Städte inIonien, Dorien und dem thracischen Chersonnes und ebenso Karien unddie Insel Cypern unterjocht und ihren Aufstand vollkommen unterdrückthatte (496). Dann erst wandte er sich gegen die europäischen Griechen,— und im Jahre 495 sandte er, unter Befehl seines eigenen jugendlichenSchwiegersohnes, Mardonius, um an den Athenern und Eretriern Rachezu nehmen für die den kleinasiatischen Griechen geleistete Hülfe und fürdie Einäscherung von Sardes, dasselbe Heer und dieselbe Flotte gegensie, welche schon zur Unterdrückung des Aufstandes in Kleinasien ver-wandt worden waren. Aber bei der Umschiffung des Vorgebirges Athoswurde die Flotte durch einen gewaltigen Sturm theils zerstört, theils auseinander gerissen, und das Landheer erlitt in einem Treffen mit denThraciern so schwere Verluste, dass Mardonius um dieser beiden Gründewillen sich gezwungen sah, nach Kleinasien zurückzukehren.
Darius begann sogleich zu einem neuen Feldzuge gegen Griechen-land zu rüsten und im Jahr 491, als seine Kriegsvorbereitungen fast be-endet waren, schickte er Herolde in alle Städte des griechischen Fest-landes und auf alle Inseln mit der Aufforderung, sich zu unterwerfen."Viele Städte und ein grosser Theil der Inseln unterwarfen sich, aus Furchtvor der Gefahr; Sparta aber und Athen verwarfen diese Aufforderungund waren fest entschlossen, ihre Unabhängigkeit bis aufs Aeusserstezu vertheidigen.
Im Jahre 490 erfolgte endlich der erste Angriff der Perser gegenGriechenland, sehr gut vorbereitet, und ausgeführt mit genauer und rich-tiger Kenntniss der Terrainbeschaffenheit und der Verhältnisse Griechen-lands auf Grund der Angaben und Rathschläge des aus Athen ausgewie-senen Tyrannen von Athen, Hippias, Sohnes des Pisistratus, welcher ampersischen Hofe lebte und die Seele dieses ganzen Unternehmens war.Ein starkes persisches Heer wurde in den Häfen Ciliciens auf der phöni-zisch-ägyptischen Flotte zusammengebracht, die sich nun gegen die Insel