Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

152 IV. Von Augustus bis zum Untergänge des Weströmichen Keiches.

1000 Streitwagen (mit Sicheln) und 700 Kriegselephanten gehabt habe.Der Historiker Herodianus, welcher aber weniger Glauben verdient, er-zählt , Alexander Severus sei geschlagen worden und mit Schimpf nachRom zurückgekehrt (was einfach unwahr ist). Die gerade zu dieser Zeitan Rhein und Donau ausgebrochenen Unruhen hinderten den AlexanderSeverus an der Durchführung wie an der gehörigen Ausbeutung seinerErfolge über die Perser. Bevor er aber mit dem Heere nach dem Westenzurückkehrte, sicherte er die Grenzen von Syrien und Mesopotamiengegen einen Einfall der Perser, dann ging er nach Rom zurück. Hierlegte er nach Aussage des Larnpridius dem Senate folgenden Berichtüber den Krieg mit den Persern vor:

»Wir haben die Perser besiegt. Es würde überflüssig sein, diesenSieg ausführlich zu schildern. Wir wollen [uns an der Darstellung derRüstungen und der Streitmacht der Perser genügen lassen. Sie hatten700 Elephanten, mit Bogenschützen besetzt: von diesen wurden 300 er-griffen, 200 getödtet, 18 nach Rom gebracht. Ferner hatten die Perser1000 Kriegs-Sichelwagen: 200 derselben, deren Pferde getödtet waren,hätten wir mitbringen und Euch vorführen können; wir hielten dies aberfür unnöthig, da deren Einrichtung bekannt ist. Die in die Flucht ge-schlagene Reiterei der Perser bestand aus 120000 Mann. Von diesenwurden 10000 Panzerreiter, chlibanarii genannt, in der Schlacht auf-gerieben und unsere Soldaten mit deren Waffen geschmückt. Viele Perserwurden gefangen genommen und verkauft. Wir haben ganz Mesopotamienaufs Neue erobert. Die Niederlage und Flucht des an Namen und Thatengrossen Artaxerxes war eine solche, dass sein ganzes Land seine Flucht,den Verlust seiner Feldzeichen und den siegreichen Marsch unserer Heeregesehen hat. Das sind unsere Thaten. Unsere Krieger sind mit Reich-thümern zurückgekehrt, und ihr Sieg ist ohne jeglichen Nachtheil fin-den Staat erkauft worden. Euch kommt es zu, Triumph-Dankfeste zuveranstalten. damit wir uns nicht der Undankbarkeit gegen die Götterschuldig machen!«

Hierauf antwortete der Senat einstimmig: »Alexander Augustus!Mögen die Götter Dich erhalten. Mit Recht trägst Du den Namen Par-thicus und Persicus. Wir haben Deine Trophäen und Deine Siegegesehen; Preis Dir, jugendlicher Imperator, Vater des Vaterlandes undPontifex maximus. Unter Deinem Schutze sind wir im Voraus des Siegesgewiss, welcher sich immer auf die Seite des Feldherrn stellt, der dieDisciplin aufrecht erhält. Der Senat, das Heer, das Volk, Alle ge-messen des Glückes unter Deinem Scepter!«

Diese Rede des Alexander Severus und die Antwort des Senates aufdieselbe, welche Larnpridius aus den Akten des Senates entnommen zuhaben angiebt, sind von Interesse durch die Darstellung der Streitmacht