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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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54. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldzüge d. Eömer währ, dieser Periode. 14,5

hatte zu geringe Kräfte zu seiner Verfügung und musste den Frieden vonihnen mit Geld erkaufen. Trotzdem fuhren sie nach wie vor mit der Ver-wüstnng Britanniens fort. Endlich im J. 207 reiste Severus, obschon vonAlter und Krankheiten gedrückt, nach Britannien ab, um den Einfällender Caledonier ein Ende zu machen um seinen Kriegsruhm noch zu ver-mehren. Den Winter 207208 wendete er zur Zusammenziehung derTruppen, Sicherstellung der Lebensmittel-Zufuhren, Anfertigung vonPontons u. s. w. an.

Die hierüber bestürzten Caledonier baten um Gnade und trugen ihreUnterwerfung an. Severus aber wollte davon Nichts wissen, Hess Getaim römischen Britannien zurück und zog mit Caracalla und der Haupt-macht nach Caledonien (208). In diesem gebirgigen und äusserst durch-schnittenen Lande stiess er auf alle Arten von natürlichen Hindernissen :er musste durch die dichten Wälder Durchhaue schlagen, Berge durch-stechen, Brücken über Flüsse schlagen und Dämme durch Sümpfe auf-führen lassen u. s. w. Unter solchen mühseligen Arbeiten erreichte erendlich den nördlichsten Punkt von Caledonien, ohne irgendwo grössereMassen von Einwohnern anzutreffen. Sie hatten sich in kleine Corps ge-theilt und führten einen lebhaften kleinen Krieg, indem sie Nachzüglerangriffen, den Fourageurs Hinterhalte legten u. s. w. Es kam daher zukeinem allgemeinen Kampfe, nur zu einzelnen Scharmützeln, in welchennicht selten die Caledonier Erfolge erlangten und die Kömer besiegtwurden. Das Resultat von dem Allen war für Severus ein Verlust vonetwa 50,000 Mann (?) Gebliebener, Verwundeter und an Krankheiten Ge-storbener, ohne dass ihm dieser Feldzug einen anderen Nutzen gebrachthätte, als die Gewinnung eines schmalen Streifen Landes zwischen demAntoninus-Wall und den Meerbusen Bodotria und Clota. Zum Schutzeder römischen Provinzen gegen die Einfälle der Caledonier Hess er einenErdwall aufführen, über welchen hinaus sich die römische Macht niemalsausgedehnt hat.

Der Senat ertheilte dem Severus auf die Nachricht von dieser Er-oberung den ehrenden Beinamen Britannicus Maximus und jedemseiner beiden Söhne den von diesen gänzlich unverdienten Zunamen Bri-tannicus.

Der ältere von diesen, Caracalla, der nur sehr wenig Antheil amFeldzuge genommen hatte, suchte einen Theil des Heeres für sich zu ge-winnen, um sich durch denselben zum Imperator ausrufen zu lassen.Severus verurtheilte, als er dies hörte, alle Verschworenen zum Tode, be-gnadigte sie dann aber auf dringendes Bitten der Armee. Vom Alter,Krankheit und Kummer niedergebeugt, verzieh er sogar einen Anschlagauf sein Leben, welchen sein ungerathener Sohn Caracalla Angesichts

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,5. 10