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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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351 Beilage.

dass sich seine Feinde öfters darüber lustig machten. Deswegen pflegte erdieselbe durch das vom Scheitel nach der Stirne zu gewöhnte Haar zu be-decken, und unter allen ihm vom Senat und Volke zuerkannten Ehrenbezeugun-gen war ihm keine angenehmer, von der er öfteren Gebrauch machte, als dasVorrecht, beständig einen Lorbeerkranz zu tragen. Auch in seiner Trachtzeichnete er sich aus. Er trug nämlich ein Unterkleid, das gewöhnliche Sena-torenkleid, mit einem breiten Purpurstreifen [lato olavo) mit bis au die Händegellenden verbrämten Aermeln, sodass er die Toga von vorn jederzeit über den-selben aufschürzte, hinterwärts aber herunterhängen liess. Dies soll dem SullaGelegenheit gegeben haben, die Optimaten öfters zu warnen, sich vor diesemso nachlässig gegürteten jungen Menschen in Acht zu nehmen.« Aber aufdieser Kamee wollte der Graveur den Cäsar mit der Chlamys bekleidet dar-stellen, und brachte neben seinem Kopfe das Zeichen der Auguren an [Miliumposm't, auguratns insigne), er wollte aber nicht neben der Stirn den Venus-stern anbringen, der gewöhnlich auf den andern Kameen und auf Medaillenzu sehen ist*]. Den Geist Cäsafs, der ihn antrieb, nie zu feiern, sondernimmer thätig zu sein und der ihm den Kuhm einbrachte, dass er mehr als einenMarius in sich habe, beschreibt Plinius **) in folgender Weise: »Ich meine,dass der Dictator Cäsar von Natur eine ungewöhnliche Geisteskraft besass.Ich will hierbei nicht von seiner Tapferkeit, seiner Festigkeit, seiner Treff-lichkeit reden, die zu allen himmlischen (oder erhabenen) Thaten fähig war,sondern ich rede besonders von dieser Kraft und dieser Schnelligkeit desGeistes, welche, dem Feuer vergleichbar, Alles durchdringt, wie uns dennbekannt ist, dass er die Gewohnheit hatte zu gleicher Zeit zu schreiben, zulesen, zu dictiren und zu hören.«

II. Die Zeichnung nach einer antiken Büste Julius Cäsar's ,welche sich im Berliner Museum befindet 'auch in vielen anderen Museen, soz. B. in dem der kaiserlichen Ermitage in St. Petersburg, im Gatschinski-palastu. s. w.) l^t eine grosse Aehnlichkeit mit der vorhergehenden. Beidestellen Cäsar schon in reiferen Jahren, gegen Ende seines Lebens, dar.

*) Museo Fiorentino T. I, Class. I, Tav. I, num. VII e VIII. pag. 8.**) Histor. natur. üb. VII. cap. 25.

brück von Breitkopf und Hart?! in Leipzig.