44. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 271
linke Flanke Scipio's nämlich leimte sich an Tegea an, vor ihm,gleichfalls mit der linken Flanke an diese Stadt gelehnt, standen zweistarke Beitercorps, welche durch die dahinterstehende gesammte Cavalle-rie der linken Flanke unterstützt wurden. Cäsar rückte indessen näherheran und Hess, um das Gefecht einzuleiten, die vordere Linie der Ca-vallerie Scipio's angreifen. Während das Gefecht hier statt hatte, wurdeein Theil der dahinter stehenden Reiterei von Scipio's linker Flanke ge-gen Cäsar's rechte Flanke herumgeführt. In Folge dessen wurden all-mälig an beiden Seiten Verstärkungen ins Gefecht gezogen, endlich eilteCäsar selber mit der ganzen Infanterie seines rechten Flügels herbei, umseine kämpfenden Truppen zu unterstützen. Auf diese Weise entbrannteder Kampf auf Cäsar's rechtem und Scipio's linkem Flügel immer hefti-ger und wendete sich zu Gunsten Cäsar's. denn Scipios Cavallerie wurdemit grossem Verlust zurückgeschlagen. In diesem entscheidendenAugenblicke hätte Scipio gewiss seine im Gefecht befindlichen Truppenkräftiger unterstützen müssen; aber er blieb unthätig, und Cäsar, derden Angriff gegen Scipio's Position für ungünstig hielt, brach das Ge-fecht ab und ging in sein Lager zurück.
Wenn man dieses Verhalten Scipio's und Cäsar's und die Beweg-gründe dazu analysirt, so kommt man zu dem Schluss, dass der Ersteresich lediglich auf die Vertheidigung seiner starken Position beschränken,nicht aus derselben herausgehen und sich in kein Gefecht einlassenwollte, während Cäsar hingegen Jenen aus dieser Stellung herauszu-locken und in einen allgemeinen Kampf auf der Ebene zu verwickeln be-absichtigte, dann aber, da er sah, dass ihm dies nicht glückte, den An-griff gegen die Position Scipio's für zu schwierig erachtete und deshalbvorzog, das Gefecht zu beenden und zurückzugehen, da er trotz allesVertrauens in sein Glück aus Erfahrung wusste. dass dieses nicht immersich durch Gewalt erzwingen Hess und dass man nicht vorher sehenkönnte, auf wessen Seite es sich wenden werde.
§. 318.
Einschliessung und Belagerung von Thapsus durch Cäsar, Schlachtbei Thapsus, Ende des Krieges.
Da er nicht vermocht hatte, Scipio zu einem allgemeinen Kampfeim offenen Felde zu zwingen, so traf Cäsar ungesäumt alle Anstalten zurBelagerung von Thapsus. Am anderen Tage, 26. Februar*) 3 Uhr
*) Nach Napoleons I. Meinung am 4. April nach vorjulianischem, oder 14. Januarnach julianischem Kalender.