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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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43. Dritter röm.Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4945 v. Chr.). 239

§. 307.Betrachtungen.

So endete der alexandrinische Krieg nach einer Dauer von neunMonaten (Mitte August 48 bis Mitte Mai 47). Während der ersten achtMonate hatte sich Cäsar in Alexandria auf der offensiven Defensive,namentlich zur See, gehalten, der neunte Monat bestand in Unterneh-mungen gegen Ptolemäus ausserhalb Alexandria im Felde, die mitCäsar's Siege in der Schlacht am Ml endeten. Die zwei folgenden Mo-nate brachte Cäsar in Alexandria zu unter dem Vorwande, die Angele-genheiten Aegyptens zu ordnen, in Wahrheit aber nur, weil er von Lei-denschaft für Cleopatra ergriffen war.

Gleich zu Anfang nur mit 5000 Mann zu Schiffe in Alexandria ein-getroffen, wurde er in dem von ihm besetzten Stadttheile zu Wasser undzu Lande von einer überlegenen ägyptischen Truppen- und Schiffszahleingeschlossen. Nachdem er die Ueberzeugung gewonnen, dass dieserKrieg, in welchen er ganz unvermuthet verwickelt worden, nur nachHeranziehung der erforderlichen Streitkräfte zu Lande und zur See nachAlexandria beendet werden könne, erwartete er geduldig den Augen-blick, bis es so weit war. Aber inzwischen traf er alle möglichen Mass-regeln, zuerst defensiver Natur, dann mit Offensive verbunden, zuletztvorzugsweise offensiver Natur. Dabei spielten sich jedoch die Haupt-actionen nicht auf dem festen Lande und nach Seite der Stadt, sondernmeistentheils auf dem Wasser ab und bei den beiden Häfen, dem Dammund Leuchtthurm. Auf der Seite des festen Landes und der Stadt fielNichts von Bedeutung vor, zur See dagegeu kam es zu drei wichtigenGefechten, von denen das bedeutendste im alten Hafen stattfand, wobeiCäsar persönlich seine Flotte commandirte und die ägyptische besiegte.Seiner Gewohnheit gemäss, Alles selbst zu thun und keinem Andern zuüberlassen, zeigte er sich stets und überall als die Haupttriebfeder, zuLande wie zur See, durch seine persönliche Anwesenheit sowohl, wiedurch die ungemeine Thätigkeit, mit welcher er All^s bedachte undleitete.

Napoleon I. macht hinsichtlich des alexandrinischen Krieges folgendeBemerkungen:

1) Dieser Krieg gab der pompejanischen Partei neun Monate Zeitsich zu kräftigen und in Africa fest zu setzen und machte zwei weitereFeldzüge Cäsar's, in Afrika und in Hispanien, zu ihrer vollständigenNiederwerfung erforderlich, was nicht geschehen wäre, wenn Cäsar nachder Schlacht bei Pharsalus sich gleich nach Africa gewendet, oder auch,