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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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132 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus"(32:i30 v. Chr.).

Die Vcrtheidigungs-Schlachtordnung der Legion hatte zwei Formen :in einer Linie (Treffen) oder in Masse, (orbis). Die Ersterewurde zur Verteidigung von Lagerwällen oder Befestigungslinien über-haupt angewendet, wobei nur noch Reserven zur Verstärkung der Thoreoder zu Ausfällen gebildet wurden. Die Aufstellung hatte hierbei nur diehalbe Tiefe, fünf Glieder auf dem Walle, die hinteren fünf Glieder amFusse desselben, und ohne Intervalle, mit 80 Fuss Frontausdehnungfür die Centurie (Zug), 160 Fuss für die Manipel, 320 für die Cohorteund 4800 Fuss für die ganze Legion. Aber diese Aufstellung wurdeauch im offnen Felde angewendet, wenn nur durch sie die Legion gegenUcberflügelung, Umfassung der Flanken, oder gegen ein Durchbrechendes Centrums durch die zahlreiche feindliche Reiterei oder leichte Infan-terie geschützt werden konnte. Hierbei behielten indessen die Cohor-ten, wie bei der Angriffs-Schlachtstellung, ihre normale Länge von 120Fitss Front und Tiefe.

Die zweite Form in Masse (orbis) wurde gegen den Angriff eines anStärke überlegenen Gegners im offnen Felde und von allen Seitenangewendet. In solchen Fällen formirten sich, nach Rüstow's Meinung,die grossen Abtheilungen (Cohorten) wahrscheinlich in inwendig hohlenviereckigen C a r r e e s, die kleineren (Manipeln und sogar Centurien) inebensolche aber abgerundete Knäuel. Hierbei gebrauchten die Legio-nen dieselben Vertheidigungsmittel wie in allen Vertheidigungsstellun-gen und Actionen, d. h. sie schützten sich gegen die feindlichen Wurf-geschosse durch Schilde, schleuderten ihre Spiesse (pßum), gebrauchtenihre Schwerter und griffen durch Ausfälle an, wo irgend sich günstigeGelegenheiten dazu boten.

Die taktischen Formen der Aufstellung, Bewegung und Gefechtsder Hülfsfusstruppen (auxiliaria) mussten sich nothwendiger Weisedenen der Legionare conform gestalten. Gefechtsordnung der Bogen-schützen war die zerstreute, und für die Hülfstruppen zu Fusse einesolche, welche nach Art ihrer Bewaffnung sich mehr der Phalanx- oderder Legionsaufstellung näherte.

Bei der Cavallerie war dieTurma die taktische Einheit, zu32 Reitern, in acht Rotten und vier Gliedern, wobei möglicher Weise dieReiter des zweiten Gliedes auf den Intervallen der Pferde des erstenGliedes ritten (den Angaben über die spätere griechische Taktik ent-sprechend). Wenn man 5 Fuss Front und 10 Fuss Tiefe für den Reiterrechnet, so kann man annehmen, dass Frontlänge und Tiefe der Turmagleich waren, nämlich 40 Fuss, sie also ein reguläres Quadrat bildete.Zwölf Turmae (3S4400 Reiter) bildeten einen Flügel (ala) oder Re-giment und formirten sich vermutblich, ähnlich wie das Fussvolk, inzwei Treffen (Linien), jedes zu 440 Fuss Länge (incl. der Intervalle