IV. Die Richerzeche.
1. Bruchstück aus den Statuten der Bruderschaft der Bicherzeche').
In dem yersten so solen die zwene Burgermeistere in dem Jare,as sy gekoren synt, zerstunt yren dienst ind dat geschenke doin vpder Burgerhuys in allen der wijs, as dat van alders gewoenlich isgeweist dat zu doin, alle weige des yersten Maendages na vnservrauwen dage Assumptio.
Vort solen die Burgermeistere vurs. verdienen vnsen heren, dieyre Ampt verdient haent, ind solen glieyuen yeckligem verdiendenAmptmanne xi vierdel Wijns in den zijden herna geschr., as eynvierdel wijns bynnen den neysten eicht dagen na sent laurenciusdage, viii vierdel eicht dage na yrme dienste of vp sent Mertynsauent darna nyest volgende, wilch sy willent, ind die andere n vier-del Wijns eicht dage vur yrme vssgange.
Vort solen sy geyuen eyme yeckligen verdienden Amptmanne invierdeil luterdrancks vp den Jairsauent, of in gülden darvur, so wiedes vnse heren verdragent mit dem meisten parte.
Vort solen sy gheyuen yeckligem verdienden Amptmanne vp sentMertyns auent nn punt Mandelkernen ind II vesgin Begelsberen, astgewoenlich ist.
Dieses Bruchstück, auf einem grossen, etwas zerrissenen Papierblatt, fandsich unter einem Haufen als werthlos reponirter Briefe und Papiere. DieHandschrift trägt den Charakter der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts;sie ist überschrieben: »van den borgermeisteren, wanner men de kuyset«,und ist mit Nr. 4 bezeichnet. Wenn auch der Name »Bicherzeche« im ganzenActenstücke gar nicht genannt wird, so ist doch ohne allen Zweifel das hiergenannte »Amt« die »Bicherzeche«.