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Totentanz.
Kurt. „Sie wissen nicht, was sie tun." WievieleMale fragte ich dich nicht, ob er wüßte, was er tat. Unddu glaubtest nicht, daß er es wußte. Also: verzeih ihm!
Alice. Rätsel! Rätsel! . . . Aber sieh, es ist jetztFrieden im Hause! Der wunderbare Frieden des Todes!wunderbar, wie die feierliche Unruhe, wenn ein Kind zurWelt kommt! Ich höre das Schweigen . .. und ich seheam Fußboden die Spuren des Sessels, der ihn fortzog.Und ich fühle, jetzt ist mein Leben zu Ende, und ichfange an, der Vernichtung entgegenzugehen! . . . Weißtdu, wie eigen; die einfachen Worte des Leutnants —und es ist ein einfaches Gemüt — verfolgen mich, abersind nun Ernst geworden. Mein Mann, mein Jugend-geliebter — ja, lache nur! — er war ein guter und einedler Mann — gleichwohl!
Kurt. Gleichwohl! Und ein tapferer — da er fürseine und der Seinen Existenz kämpfte!
Alice. Welche Sorgen! Welche Demütigungen! Dieer durchstrich — um weiter gehen zu können!
Kurt. Er war ein Übergangener! Das sagt viel!— Alice, geh hinein!
Alice. Nein! Das kann ich nicht! Denn währendwir hier gesprochen haben, ist sein Jugendbildnis vor miraufgestanden — ich habe ihn gesehen, ich sehe ihn —jetzt, wie damals, als er zwanzig Jahre war! ... Ich mußdiesen Mann geliebt haben!
Kurt. Und gehaßt!
Alice. Und gehaßt! . . . Friede sei mit ihm! [Gehtauf die rechte Tür zu, wo sie mit gefalteten Händenstehen bleibt.]