Erster Teil.
85
— Ja, du lachst! Aber erinnerst du dich an die silberneHochzeit von Adolf... bei den Feldjägern! Die silberneBraut mußte den Ring an der rechten Hand tragen, weilder Bräutigam bei einer zärtlichen Gelegenheit den linkenRingfinger mit einem Faschinenmesser abgehauen hatte.
Alice [hält das Taschentuch vor den Mund, um einLachen zu bezwingen].
Der Kapitän. Weinst du? — Nein, ich glaube, dulachst! — Ja, Kind, teils weinen wir und teils lachenwir! Was am richtigsten ist . . . frage mich nicht! . . .Ich las in diesen Tagen in einer Zeitung, daß sich einMann . . . siebenmal hatte scheiden lassen, mithin sichsiebenmal verheiratet hatte . . . schließlich machte er sichbei vollendeten neunzig Jahren auf und davon und ver-heiratete sich von neuem mit seiner ersten Frau! Dasist die Liebe! ... Ob das Leben Ernst ist oder nur einPossenspiel, daraus werde ich nicht klug! Wenn esScherz ist, kann es am peinlichsten sein, und der Ernstist eigentlich am behaglichsten und ruhigsten . . . Aberwenn man sich schließlich ernst verhält, so kommt werund treibt seine Possen mit einem . . . Beispiel: Kurt! . . .Willst du silberne Hochzeit haben?
Alice [bleibt still].
Der Kapitän. Sag ja, du! — Sie werden über unslachen! Aber was tut's! Wir lachen mit! Oder ver-halten uns ernst, ganz wie's sich trifft!
Alice. Ja, meinetwegen!
Der Kapitän [ernst]. Also silberne Hochzeit! . . .[Erhebt sich.] Durchstreichen und weitergehen! — Also:laß uns weitergehen!