Druckschrift 
Totentanz
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

Erster Teil.

53

Der Kapitän. Stell die Blumen in Vasen ... Ichbin gewiß nicht leichtgläubig, und die Menschen sindein Pack, aber diese einfache Huldigung ist bei Gottaufrichtig ... sie kann nichts anders sein als aufrichtig!

Alice. Tor!

Kurt [liest ein Telegramm]. Judith sagt, daß sienicht kommen kann, weil der Dampfer wegen Sturmsnicht fährt!

Der Kapitän. Ist das alles?

Kurt. Neiein! — Es ist noch ein Zusatz!

Der Kapitän. Heraus damit!

Kurt. Ja, sie bittet Papa, nicht so viel zu trinken!

Der Kapitän. Oh, schämt sie sich nicht! . . . Dassind die Kinder! Das ist meine einzige geliebte Tochter...meine Judith! mein Abgott!

Alice. Und Ebenbild!

Der Kapitän. Das ist das Leben und seine bestenFreuden! Pfui Teufel!

Alice. Da hast du die Ernte deiner Saat! Du er-hobst sie gegen ihre Mutter; nun geht sie gegen denVater! Sag, daß es keinen Gott gibt!

Der Kapitän [zu Kurt]. Was sagt der Oberst?

Kurt. Er bewilligt Dienstfreiheit, ohne weiteres!

Der Kapitän. Dienstfreiheit? Ich habe keine ver-langt.

Alice. Nein, aber ich habe sie verlangt.

Der Kapitän. Die nehme ich nicht an!

Alice. Die Verfügung ist bereits ausgefertigt!

Der Kapitän. Das berührt mich nicht!

Alice. Siehst du, Kurt, für diesen Mann gibt eskeine Gesetze, gelten keine Verfassungen, ist keine mensch-liche Ordnung vorgeschrieben ... Er steht über allemund allen; das Universum ist für seinen Privatgebrauch

! •!