Druckschrift 
Waidmanns-Küche oder Zubereitung der verschiedensten Wildarten : nach eigener langjähriger erfahrung gesammelt und erprobt und allen braven Waidmännern und ihren lieben Hausfrauen gewidmet
Entstehung
Seite
393
Einzelbild herunterladen
 

393

bringe man mit vier Pfund gestoßenem Zucker, etlichen Ge-würznelken und etwas ganzem Zimmet zu Feuer, rühre fleißigum, daß es nicht anhänge und koche es zu einer etwas dickenMarmelade.

Die Blutpfirsiche muß man möglichst dunkel nehmen, weilsie innen dann soviel röther sind; um sie zu schälen, über-gießt man sie mit kochendem Wasser und läßt sie so stehen,etwa eine halbe Stunde, bis sich die Haut gut abziehen läßt.

15. Aprikosen-Marmelade: Ganz reife Aprikosen schneidetman auseinander, nimmt die Kerne heraus, läßt die Früchtein kochendem Wasser eben aufkochen und zieht die Haut davonab. So schwer die Aprikosen sind, so schwer nimmt manZucker, läutert ihn, thut die Aprikosen nebst der fein ge-schnittenen Schale einer Citrone hinein, kocht sie ganz weich,verrührt sie mit einem hölzernen Löffel und kocht sie dannnoch so lange auf schwachem Feuer, bis es eine ziemlich dickeMasse ist.

Aus englische Art: Aus den sehr reifen Aprikosen machtman die Kerne und bringt die Früchte in einer gut verzinntenCasserole zu Feuer, daß sie auseinander kochen, treibt siedurch ein Haarsieb, gibt zu drei Pfund Marmelade anderthalbPfund fein gestoßenen Zucker, setzt es zusammen in der Casse-role wieder aus das Feuer, kocht es dick ein und füllt es heißin kleine Töpfe, damit beim Gebrauch der Topf nicht zu langangebrochen bleibe.

16. Hagebutten-Marmelade: Man nimmt dazu von denkleinen wilden Hagebutten, weil sie eine schönere Farbe be-halten als die großen, putzt sie sehr rein, thut sie in einenTopf und läßt sie so stehen, bis sie weich werden, wobei mansie alle Tage gut umrührt, dann durch ein Haarsieb treibt;auf jedes Pfund Mark nimmt nian ein Pfund Zucker, läutertihn nach kurzer Fäden Art, gibt das Mark hinein und läßtes zusammen einige Mal aufkochen.

Besonders schön von Farbe wird die Marmelade, wennman sie gar nicht zu Feuer bringt, sondern den geläutertenZucker bloß über das durchgetriebene Mark gießt, wo es dannaber eine ganze Stunde gerührt werden muß.

17. Himlicer-Marmelade: Völlig reife Himbeeren werdendurch ein Sieb getrieben und zu jedem Pfund Mark ein Pfund- ^