bunden, zuerst mit Papier und dann noch eine Blase darüber.Nun setzt man die Gläser in eine Hasenpfanne oder ein ähn-liches, mit Wasser gefülltes, nicht zu hohes Gefäß und siedarin des Morgens in den Backofen, ehe die Fournaise nochangemacht wird, damit die Gläser nur nach und nach erwärmtwerden und so läßt man sie stehen bis den Nachmittag, woman sie mit dem Gefäß herausnimmt und im Wasser erkaltenläßt. Sowie der Backofen recht heiß wird, muß man einmehrfach zusammengelegtes leinenes Tuch, mit Wasser be-feuchtet, oben über die Gläser legen und immer feucht halten,weil sonst die Blasen leicht reißen.
Auch diese Früchte sind gut, halten aber keinen Vergleichmit den Aprikosen in Büchsen aus.
9. Preiselbeeren: Man suche recht reife dicke Früchte zubekommen, lese sie sorgfältig aus, wasche sie und lasse sie aufeinem Seiher wohl ablausen, nehme dann auf neun MaaßBeeren drei Pfund Zucker in kleinen Stücken, lege einen Theildesselben in die Einmach-Casserole und einen Verhältnißemäßigen Theil Beeren darauf und koche sie, unter öftermUnirühren und Abschäumen, ganz weich, aber ja nicht breiig,schütte sie in ein Gefäß und bringe wieder andere zu Feuer,und wenn alle gekocht sind, so rühre man sie wohl unterein-ander und lasse sie bis zum andern Tage stehen, wo mansie nochmals durchrührt und einsüllt.
Noch sei bemerkt, daß im Allgemeinen, besonders wennder Sommer heiß war, die Ende August reifenden Beerenbesser zu sein pflegen, als die, welche erst Ende Oktober reifen.
Nach einem andern Recept (von einem Klosterkoch) suchtman die großen Beeren heraus und läßt sie zugedeckt aufgeringem Feuer so lange stehen, bis sie durch und durch heißsind, aber nicht kochen und setzt sie dann ab; die kleinenBeeren zerkocht nian mit Gewürznelken und Zimmet, rührtsie durch ein Sieb, läutert auf das Pfund Saft drei Viertel-pfund Zucker, gießt den Saft dazu, kocht es zusammen aufund gibt es über die ganzen Beeren. (Im Bergischen gilt,nach einer schönen Legende, die Preißelbeere als ein besonderesGeschenk der hl. Jungfrau.)
10. Heidelbeeren: Zu einem Pfund derselben koche mandrei Viertelpfund Zucker zum großen Flug, thue sie hinein,