415geblich gewesen waren. Dia Folgen dieses Verfahrens warenBürger=Kriege und Unruhen, die noch jetzt, nach beinahedreißig Jahren nur zu einer augenblicklichen Ruhe gekom-nen sind.Frankreich war in seine Grenzen, die es 1792 gehabthatte, zurückgewiesen worden, behielt aber Avignon undVenaissin, die beiden dem Pabste gehörigen Landschaften.Neapel behielt Murat, Sicilien die neapolitanischenBourbons. Doch schon nach kurzer Zeit bekamen letztere auchNeapel wieder, wie wir bald sehen werden. Die RepublikGenua ward alles Widerstrebens ungeachtet dem KönigreichSardinien einverleibt. Parma und Piacenza erhielt die Kai-serin Maria Louise, Napoleons Gemalin. Lucca erhieltdie Königin von Hetrurien, Ferdinand's VII. Schwester.Toscana und der Kirchenstaat kehrten in ihre alten Verhält-nisse zurück.Die ehemalige Republik Holland hatte den Prinzen vonOranien zum souverainen Fürsten erwählt. Mit Hollandward Belgien zu einem Königreiche der Niederlande vereinigt,als ein neutraler Staat, der zur Vormauer gegen Frankreichdienen sollte. Auch das Großherzogthum Luxemburg wurdezu diesem Königreiche geschlagen, und der König von Hollandward, als Herrscher dieses deutschen Landes, Mitglied desdeutschen Bundes *).England behielt, ohne weiter zu fragen, Malta, Helgo-land, das Protectorat über die zur Republik erklärtenDieses Königreich der Niederlande war ohne Berücksichtigungder Volksstämme und Interessen mit künstlichen Grenzengeschaffen. Die Revolution von 1830 hat diese künstlicheSchöpfung zerrissen und Belgien zu einem eignen Staategemacht.
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