405Von hier an fielen mehrere kleine Gefechte am Gardaseeund weiter nach Tyrol hin vor — eine eigentliche Entscheidungdes Krieges auf dieser Seite brachten aber nicht die Waffen,sondern die Ereignisse in Frankreich.§. 2.Die Theilnahme Murat's am Kriege gegen den Vice-könig war keine lebhafte. Sein ganzes Benehmen bliebfortwährend zweideutig und bei etwaigen Siegen Napoleonsmöchte er leicht dessen Partei wieder ergriffen haben. Bereitsim Januar in den Kirchenstaat vorgerückt, zögerte er, so langees ging, mit einem wirklichen Angriffe. Als jedoch der Vice-könig hinter den Mincio zurückgegangen war und eine Abthei-lung der Oesterreicher über den Po vordrang, um mit ihm inVerbindung zu kommen, konnte er nicht füglich mehr zaudern.Er nahm Ancona und erhielt darauf durch einen Vertragalle festen Plätze des Kirchen=Staates, welche die Franzosengegen freien Abzug räumten.Jetzt rückten die Neapolitaner in Verbindung mit jenemösterreichischen Corps gegen Piacenza vor, die ihnen entgegen-stehenden Feinde vertreibend. Hier stand eine starke Abtheilungdes italienischen Heeres, welche der Vicekönig noch verstärkte, sodaß sie gleichfalls angriffsweise verfahren konnte. Zu gleicherZeit machte der Vicekönig von seiner Stellung am Mincioaus eine Bewegung gegen die rechte Seite der Oesterreicherund Neapolitaner. In der Gegend von Parma und Reggiofielen mehrere Gefechte vor, in welchen die Neapolitaner dasFeld verließen und die Oesterreicher dadurch mit zum Rückzugezwangen, welche mehrfache Verluste erlitten. Da indessender Vicekönig seine Truppen hinter den Mincio zurücknahm, sokonnten die Oesterreicher wieder das Feld halten und erlangten26*
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