299Neunzehntes Kapitel.Uebergang der Verbündeten über den Rhein.§. 1.Die Verhandlungen, welche die Verbündeten anknüpften,da sie bis zum Rheine vorgedrungen waren, führten zu keinemFrieden. Die Verbündeten hatten Napoleon die Alpen,die Pyrenäen und den Rhein als Grenze seines Reiches ange-boten und Verzichtleistung auf Italien, Spanien und Hollandgefordert. Offenbar war dies Anerbieten zu groß, denn Frank-reich wäre von seinen Eroberungen noch das ganze linkeRheinufer mit Belgien verblieben. Das linke Rheinufer aberist deutsch, denn es wohnen deutsche Völker da, und es wirdnur deutsch da gesprochen — alle Ansprüche also, die Frank-reich an das linke Rheinufer machen konnte, die es früherund damals gemacht hat, und die in neuerer Zeit so vielfachwieder aufgetaucht, sind eine eben so lächerliche als frecheAnmaßung. Wenn die Verbündeten dennoch das linke Rheinufer Frankreich lassen wollten, so boten sie ihm zu viel *).In diesen Anerbietungen spukt die englische Politik, derDeutschland überhaupt, nächst seiner eignen Uneinigkeit undVerkehrtheit alles Unheil und alle Demüthigungen dankt, diees seit 20 Jahren erfahren hatte. Erst die spätere Geschichtewird die eigensüchtige, engherzige Politik England's an'sLicht ziehen und an den Pranger stellen. Wir aber solltenuns nicht täuschen und uns nicht mit den stehend gewordnenRedensarten von englischer Großmuth hintergehen lassen
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