95Der Vicekönig von Italien, der nach seiner Rückkehr ausRußland die Trümmer des französischen Heeres befehligt hatte *).war nach der Schlacht bei Lützen nach Italien gegangen, umsich mit der Bildung eines neuen Heeres zu beschäftigen, denndas italienische Heer war in Rußland ebenfalls größtentheilsvernichtet worden. Bis zum August brachte er wirklich auch45,000 Mann auf die Beine, mit welchen er sich nach Illy-rien begab und sich gegen die Grenzen aufstellte. Ihm gegen-über stand der österreichische Feldzeugmeister Hiller mit32,000 Mann. Als die Kriegserklärung Oesterreichs erfolgtwar, rückte dieser in Illyrien ein. Nach manchen Gefechtenmußte der Vicekönig Illyrien aufgeben und sich nach Italienzurückziehen, während die Oesterreicher das noch besetzte Triestbelagerten, welches sich Ende Octobers ergab.Als nun Baiern auch von Napoleon abfiel, konntendie Oesterreicher auch durch Tyrol **) von Norden her inItalien eindringen, und sie thaten dies über Trient. Nackmancherlei Gefechten und Verlusten zog sich der Vicekönig überdie Etsch zurück.Im November drangen die Oesterreicher weiter. Venedigward belagert, wobei eine englische Flotte Hülfe leistete; ander Etsch fielen mehrere Gefechte vor, ohne daß jedoch vorder Hand des Vicekönigs Stellung gebrochen wurde. Währenddes Decembers geschah auf diesem Puncte nichts von Bedeu-tung, beide Theile zogen Verstärkungen an sich und erst mitdem neuen Jahre begannen neue Unternehmungen, die wirdann später nachholen müssen⁴) Siehe die ersten vier Kapitel**) Tyrol war an Baiern von Oesterreich abgetreten worden.
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