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Alceste : lyrische Tragödie in 3 Akten
Entstehung
Seite
8
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O Gottheit! Beherrscher der Nacht!Du, deren furchtbare Hand jene Waagschaale hält,Von des Schickſal's ew'ger Waage, dich ruf' ich jetzt an:Verläng're seine Bahn, verläng're seine Tage:Ich biete mich in den Tod für ihn an!Der Oberprieſter.Dein Gebet ist erhört! der Tod droht deinem Leben,Schon seh' ich über dir des Todes Fackel schweben,Und dein Gemahl bleibt leben, gehst du in den Tod.Wenn das Strahlengestirn am Himmel nicht mehr glüht,Und Tag und Licht vor der Finsterniß weichen,So nahen dir aus Plutonischen ReichenDie Todesengel und führen dich hinab.Alceste.Mit Freuden steige ich für den Gemahl in's Grab.Ihr Götter ew'ger Nacht, die ihr so schrecklich droht,Ihr hört jetzt mich nicht mehr von euch Erbarmung flehen.Ich rette den Gemahl von ſeinem frühen TodGern will ich ſeine Qual überſtehen,Süß ist es für den Gatten in den Tod zu gehen.Ihr Götter ew'ger Nacht, die ihr so schrecklich droht.Der Tod für den Geliebten, es ist ein süß Gefühl,Es weiß das Herz neu zu beleben,Und hebt es hoch empor, ich nah' kühn mich dem Ziel.Ich fühle erneuete Kräfte,Und eile zu dem süßen Geschäfte,Mein Herz hebt ſich empor,Und ich nahe kühn mich dem Ziel.Ihr Götter ew'ger Nacht, die ihr so schrecklich droht,Ihr hört jetzt mich nicht mehr von Euch Erbarmung flehn!