51So ſcheitert die Tugend an Riffen,Das Laster behält oft Sieg,Wol hier mit Pfiffen und KniffenUnd dort durch offenen Krieg. —Im Wald an einer EicheGebunden war die Braut —Als sie, die marmorbleiche,Der Bote hat geschaut. —Der kam als ein BezahlerDes frühſten Morgens ſchon,Und zahl't die harten ThalerDem Räuber, der voll HohnSchrie: „Ich halt' was ich versprochenNie trieb ich mit Worten Scherz“!Als er diese Worte gesprochen,Stieß er ihr den Dolch durch's HerzDurch und durch ingrimmigen Muthes;Als er ihn zog wieder hervorSprangen die Strahlen des BlutesGleich dunkelen Quellen empor. —Der Räuber begann d'rauf mit Höhnen:Jetzt bringe die liebliche BrautWornach er sich innigst wird sehnenDem Mann dem sie angetraut.
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