Es ritt bei ihm selten ein Ritter ein,Seine Burg lag einsam und allein.Da sprach zu der Zofe das Fräulein ergeben:Hilf, Jutta, mir Myrthen zum Brautkranze weben!Ich sehne unendlich mich zu ihm hinEh' Sterben als Warten brächt' mir Gewinn!Ein Weib, das im Busen verschließt die Triebe,Nicht werth ist des Mannes treue Liebe!Die Zofe sprach: Ich weiß eine Frau,Welche wohnt nicht weit von der Burg in dem Gau.Und rings bekannt ist als klug und weiseDie bringt deinen Sinn auf das richtige Gleise.Das Fräulein diesen Gedanken pflagDer Abend kam, es schwand der Tag.Sie schritt mit der Zofe durch den Plan längs der HaldeUnd war im Dunkeln in dem Walde.In düsterer Felsschlucht hauste ein Weib:Siphirir— die hatte 'nen häßlichen Leib.Ihre Mienen verriethen ein Eulengelüste,Rothgesprenkelt waren die faltigen Brüste.
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